Unterstützung von Land und Kreis – viel Eigenleistung – Corona: 40.000 Euro Verlust
Golfplatz wird für 100.000 Euro saniert

Enger (WB). Nach der plötzlichen Schließung des Golfplatzes Ravensberger Land im März und den damit verbundenen Verlusten gibt’s jetzt gute Nachrichten für den heimischen Club und seine 764 Mitglieder: Mit dem Programm „Moderne Spielstätten 2022“ fördert das Land den Verein mit gut 55.000 Euro. Hinzukommen 15.000 Euro vom Kreis Herford. Mit mehr als 300 Millionen Euro unterstützt das Land NRW die Modernisierung, Sanierung oder den Umbau von Sportstätten.

Freitag, 31.07.2020, 05:35 Uhr aktualisiert: 31.07.2020, 05:40 Uhr
Unter anderem beim Grün direkt am Loch soll die Drainage erneuert werden, erklären Schatzmeister Wilfried Anter (links) Edwin Kieltyka, Präsident des Golfclubs Ravensberger Land. Foto: Kathrin Weege
Unter anderem beim Grün direkt am Loch soll die Drainage erneuert werden, erklären Schatzmeister Wilfried Anter (links) Edwin Kieltyka, Präsident des Golfclubs Ravensberger Land. Foto: Kathrin Weege

„Unser 18-Loch-Golfplatz stammt aus dem Jahr 1987. Da ist inzwischen natürlich einiges zu tun“, sagt Edwin Kieltyka, Präsident des Golfclubs Ravensberger Land. Der Antrag liegt bereits seit dem 6. Juni bei der Staatskanzlei – am Dienstag kam dann die Zusage. „Wir werden Drainagen erneuern, damit wir nicht so im Nassen herumlaufen“, sagt Schatzmeister Wilfried Anter. Außerdem müsse man an die Bunker – das sind die Sandstellen auf dem Platz – ran. Sie ließen das Wasser nicht mehr richtig nach unten durch. „Wir werden bohren und neu mit Kies verfüllen müssen“, berichtet Anter. Und auch die Abschlag­stellen müssen nach all den Jahren erneuert werden. Alles zusammen wird rund 100.000 Euro kosten. „Unser Eigenanteil beträgt 30.000 Euro“, sagt Anter. Hinzu komme, dass jede Menge in Eigenleistung erfolge.

Arbeitseinsatz in Eigenleistung

„Wir haben eine etwa 35 Mann starke Seniorentruppe unter der Leitung unseres Vize-Präsidenten Dr. Ulrich Roose, die immer wieder mit anpackt – so auch dieses Mal. Ich schätze, wir werden Arbeit in Höhe von 30.000 Euro erledigen“, sagt Anter, der selber auch zu dieser Gruppe gehört. Dass in einem Golfclub so viele kräftig mit anpacken, sei nicht selbstverständlich, meint der Präsident. Das sei vor allem so, weil es sich beim Engeraner Verein – seine Mitglieder kommen aus einem Gebiet rund 30 Kilometer um die Widukindstadt herum – um keinen „elitären“ Golfclub handele. „Wir bieten Breitensport unter dem Motto ‚sportlich, familiär, gesellig‘ an“, betont Edwin Kieltyka. Die Arbeiten sollen nach der Hauptsaison im Herbst starten. Wer glaubt, dass dann für die Drainagearbeiten alles aufgebuddelt wird, der irrt. „Wir beauftragen eine Spezialfirma. Die schneidet mit einem Gerät das Gras auf, verlegt die Rohre und verschließt die entsprechenden Stellen wieder“, erklärt der Schatzmeister. Er sei sehr froh über diese Förderung. Schließlich habe der Verein keine ganz großen Sponsoren und müsse sich selber finanzieren.

Corona: 40.000 Euro Verlust

Und das hat die Corona-Pandemie nicht gerade leicht gemacht. „Wir mussten von Mitte März bis zum 7. Mai schließen. In der Zeit sind uns Einnahmen von 20.000 Euro verloren gegangen. Betrachtet man die Krise insgesamt, sind es sogar etwa 40.000 Euro. Denn die Leute sind noch vorsichtig, kompletter Normalbetrieb herrscht noch nicht. So bleiben beispielsweise Fremdspieler häufig aus“, hat Anter beobachtet. Das Schlimme sei, dass dieses Geld eben auch nicht wieder „reinholbar“ sei.

Man habe sich weitestgehend mit der Lage arrangiert. Wie an Schulen gibt’s auf dem Gelände der Golfer jede Menge „Einbahnstraßen“. „Wir müssen schauen, wie hart es unsere Gastronomie vor Ort getroffen hat und noch trifft. Schließlich sind Frühjahr und Sommer die Monate, in denen dort für die Wintersaison vorgearbeitet werden muss“, meinen die beiden Golfer.

Kommentar

Wenn das mal keine guten Nachrichten für die heimischen Sportvereine sind! Das Land NRW und der Kreis Herford unterstützen den Golfclub Ravensberger Land und den SV Nordengerland mit zusammen mehr als 100.000 Euro. Nicht nur wegen des Sanierungsstaus wie beispielsweise bei den Schützen – gerade auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie kommt den Vereinen dieses Geld gut zu stehen. Denn so hat die Krise den Golfclub in den vergangenen Wochen rund 40.000 Euro gekostet. Geld, das nun fehlt – erst recht bei großen Investitionen.

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