Betrieb soll im Dezember starten – 20 zusätzliche Betten in Engers Geriatrie
Klinik-Anbau ist nicht im Zeitplan

Enger (WB). Anfang Oktober – so war der ursprüngliche Plan – sollte im Anbau der Geriatrie der Betrieb aufgenommen werden. Derzeit dominieren an der Hagenstraße aber noch Baufahrzeuge das Bild. Geschäftsführer Roland von der Mühlen rechnet damit, dass hier erst Anfang Dezember die ersten Patienten behandelt werden.

Mittwoch, 07.10.2020, 05:45 Uhr aktualisiert: 07.10.2020, 08:10 Uhr
Noch eine Baustelle: Die zwei Stationen der Geriatrie wurden mit einem Anbau erweitert. 20 zusätzliche Patienten können hier aufgenommen werden. Foto: Christina Bode
Noch eine Baustelle: Die zwei Stationen der Geriatrie wurden mit einem Anbau erweitert. 20 zusätzliche Patienten können hier aufgenommen werden. Foto: Christina Bode

„Corona-bedingt ist es zu Verzögerungen gekommen“, sagt er auf Anfrage dieser Zeitung. „Bei großen Bauprojekten besteht immer das Risiko einer Verzögerung.“ Die Außenarbeiten seien fertiggestellt. Große bodentiefe Fenster gewähren schon jetzt einen großzügigen Blick in das Innere des Krankenhaus-Neubaus.

Medienversorgung wird installiert

Derzeit sei man dabei, die Medienversorgung zu installieren. „Betten und Inventar sind bestellt. Da warten wir auf die Lieferung“, berichtet von der Mühlen. „Wir fokussieren uns derzeit darauf, Ende November alles fertig zu haben, um dann die Bauabnahme und eine Grundreinigung durchführen zu können“, sagt der Geschäftsführer.

20 zusätzliche Betten

Da der Auslastungsgrad der Geriatrie des evangelischen Krankenhauses Enger seit mehreren Jahren bei mehr als 90 Prozent liegt, wurde der Anbau mit 20 zusätzlichen Betten geplant.

Der Klinik-Anbau wurde in südlicher Richtung zur Hagen- und Mühlenstraße gebaut. Die Zufahrt zum Haupteingang und die Umfahrt im westlichen Grundstücksbereich werden verlegt. Der Anbau fügt sich in Geschosszahl und Höhe in das vorhandene Gebäude ein. Der Baukörper besteht aus zwei Vollgeschossen und einem ausgebauten Dachgeschoss. Die innere Anbindung des Anbaus erfolgt über das bestehende Gebäude. Treppen und Aufzüge werden vom Altbau genutzt. Im südlichen Bereich des Gebäudes befindet sich eine angebaute Treppe, die als zweiter Rettungsweg dient.

Aufenthaltsräume und Begegnungsküche

Zwei zusätzliche Aufenthaltsräume entstehen in dem Neubau sowie eine Begegnungsküche. Diese werde, so von der Mühlen, nicht zur täglichen Essensversorgung der Patienten, sondern zu therapeutischen Zwecken genutzt. „Während ihres Aufenthalts werden die Patienten auf den Alltag zu Hause vorbereitet. Da wird dann auch mal zusammen gekocht oder gebacken, um die häuslichen Routinen wieder zu erlangen“, erklärt von der Mühlen.

Im gleichen Zuge wird auch der gegenüberliegende Besucherparkplatz an der Hagenstraße erneuert. Die bisherige Schotterfläche wird nun gepflastert. Für die gesamte Baumaßnahme werden 3,5 Millionen Euro investiert.

Mehr Personal benötigt

Wo zusätzliche Patienten betreut werden, wird auch mehr Personal benötigt. „Für den Nachtdienst haben wir bereits neue Mitarbeiter angeworben“, berichtet von der Mühlen. Diese würden bereits eingearbeitet und seien direkt startklar, wenn die ersten Patienten kämen. Gerade für die Nachtschicht sei es besonders schwierig, Personal zu finden. Wenn der Betrieb beginnt, wären dann noch einmal ein bis zwei Stellen für Tagschichten zu besetzen, sagt er.

Spendenübergabe: Jennifer Wiebrock (von links), Michael Schoenfeld, Matthias Hill, Christoph Ogawa-Müller und Käti Leimann freuen sich, dass 500 Euro für die Geriatrie zusammengekommen sind.

Spendenübergabe: Jennifer Wiebrock (von links), Michael Schoenfeld, Matthias Hill, Christoph Ogawa-Müller und Käti Leimann freuen sich, dass 500 Euro für die Geriatrie zusammengekommen sind. Foto: Bode

Kunstlandschaften spendet

Als eine der ersten Kulturveranstaltungen nach dem Corona-Lockdown konnte der Verein Kunstlandschaften im August das Künstlerfest auf dem Areal der Stiftskirche feiern. „Statt Eintritt zu nehmen haben wir zu Spenden für das evangelische Krankenhaus aufgerufen“, sagt Christoph Ogawa-Müller, der sowohl Vorsitzender von Kunstlandschaften als auch des Fördervereins für das evangelische Krankenhaus ist.

500 Euro sind zusammengekommen, die Christoph Ogawa-Müller und Jennifer Wiebrock von Kunstlandschaften sowie Presbyterin Käti Leimann jetzt Prokurist Michael Schoenfeld und Pflegedirektor Matthias Hill übergeben konnte. „Die Spende werden wir dafür einsetzen, um Dekoration für unsere neuen Aufenthaltsräume anzuschaffen“, sagte Schoenfeld.

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