100 Jahre Widukind-Chor: Jubiläumsjahr ohne Festkonzert – Proben laufen trotz Corona
Singen in warmer Jacke

Enger (WB).

Freitag, 16.10.2020, 05:50 Uhr
Schal um den Hals, die Jacke anlassen: Wenn die Sänger des Widukind-Chores proben – hier Vorsitzende Christine Settnik – dann bei offenem Fenster. Foto: Kathrin Weege
Schal um den Hals, die Jacke anlassen: Wenn die Sänger des Widukind-Chores proben – hier Vorsitzende Christine Settnik – dann bei offenem Fenster.

Christine Settnik bescheiden. Im März hätte das große Jubiläumskonzert stattfinden sollen. „Wir proben Teile des Märzkonzertes und Klassisches, das wir für unser November-Konzert geplant hatten – auch wenn es ausfallen wird“, sagt Settnik. Es wäre toll, wenn im März 2021 der Jubiläumsauftritt nachgeholt werden könnte, doch so richtig mag die passionierte Sängerin da noch nicht dran glauben. „Dennoch ist es wichtig, dass wir weitersingen. Der gemeinsame Gesang ist eine emotionale Sache und macht viel Spaß“, bringt sie es auf den Punkt.

Feste Sitzplätze

Mit großen Abständen zueinander beginnen die Sänger ihre Probe. Sie haben einen festen Sitzplatz. Längst nicht alle sind da. Bei Konzerten ist der Widukind-Chor bis zu 70 Sänger stark. Derzeit dürfen nur 30 zu den Proben kommen – nach Anmeldung. Einige – der Chor hat viele ältere Mitglieder – haben sich wegen der Infektionsgefahr mit dem Coronavirus bewusst gegen den Probenbetrieb entschieden. „Sind es doch mal ein paar Sänger mehr, so können wir einen zweiten Raum in der Musikschule nutzen. Da haben wir anders als andere Chöre, die nun nach neuen Proberäumen suchen müssen, viel Glück“, sagt Settnik. In dem zweiten Zimmer können dann einzelne Stimmen mit nur wenigen Sängern proben.

Singen in kleinen Gruppen

„Das ist aber nicht ungewöhnlich, wir singen auch im Normalbetrieb zwischendurch in kleineren Gruppen – für den Feinschliff“, sagt die Vorsitzende. Den Abständen könne man sogar etwas Gutes abgewinnen: „Man hört sich selber besser beim Singen und kann sich nicht hinter dem Vor- oder Hintermann verstecken – Proben sind ja da, um Fehler auszumerzen“, sagt Settnik. Das Singen ist für die Chor-Mitglieder nicht nur wichtig wegen der Gemeinschaft. „Würden wir ein ganzes Jahr nichts machen, würde die Stimme nicht trainiert und eine Neustart wäre sehr schwierig“, meint Settnik, die selber, seit es an der Musikschule Bünde wieder angeboten wird, Gesangsunterricht nimmt, um nicht aus dem Training zu kommen.

Proben immer freitags

Auch trotz der kleineren Gruppe bei den Proben, die immer freitags zwischen 19 und 21 Uhr stattfinden, sind stets Chorleiter Hans-Martin Kiefer und Pianistin Conny Rutsch dabei. „Dafür sind wir sehr dankbar. Möglich machen das die Mitgliedsbeiträge“, sagt Christine Settnik, die sich wünscht, dass bald alles wieder normal laufen könnte und auch wieder die gemeinsamen Chor-Ausflüge und Konzertreisen stattfinden können. Sie sagt aber auch: Solle der kritische Inzidenzwert von 50 im Kreis Herford erreicht werden, müsse man wieder neu überlegen und gegebenenfalls in noch kleineren Gruppe arbeiten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7633833?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514624%2F
Kurz vor dem Kontrollverlust
Mit Megafonen wiesen Ordnungsamtsmitarbeiter die Schnäppchenjäger darauf hin, dass die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten sind.
Nachrichten-Ticker