Dirk Lenze übernimmt alten Feuerwehr-Versorgungswagen – Unterstand gesucht
Engeraner Erinnerungsstück

Enger (WB). Dieses Gefährt gehörte einst zum Engeraner Stadtbild: Auf dem Kirschblütenfest hat sich wohl so mancher seine Gulasch- oder Erbsensuppe aus diesem Versorgungswagen der Feuerwehr geholt. Dirk Lenze liegt viel daran, dieses alte „Erinnerungsstück“ der Stadt Enger zu erhalten und hat es vor einem Jahr von seinem Vater übernommen.

Montag, 09.11.2020, 05:40 Uhr aktualisiert: 11.11.2020, 08:54 Uhr
Nur 76 Fahrzeuge gleicher Bauweise sollen laut Lenze existiert haben. Foto: Christina Bode
Nur 76 Fahrzeuge gleicher Bauweise sollen laut Lenze existiert haben. Foto: Christina Bode

Mit seinen knapp 32.500 Kilometern könnte der Hanomag A-L28 aus dem Jahr 1957 fast noch als Neuwagen durchgehen. Tatsächlich trägt das 63 Jahre alte Auto aber ein historisches Kennzeichen und an der einen oder anderen Stelle gibt es auch Reparaturbedarf.

Das alte Fahrtenbuch exisitert noch: vor allem für Versorgungszwecke wurde das Fahrzeug verwendet.

Das alte Fahrtenbuch exisitert noch: vor allem für Versorgungszwecke wurde das Fahrzeug verwendet. Foto: Bode

„Bis vor etwa 20 Jahren stand der Küchenwagen noch im Dienst der Stadt Enger“, erzählt Dirk Lenze. Vor allem für Bewegungsfahrten und zur Versorgung von Kameraden oder anderen Vereinen wurde das Fahrzeug bewegt – hin und wieder kam es als Funkwagen zum Einsatz. Jede Fahrt lässt sich noch heute in einem alten Fahrtenbuch nachlesen, das zusammen mit dem Auto in den Besitz von Dirk Lenze übergegangen ist. „Einige der Kameraden, die das Auto damals oft gefahren sind, sind bereits verstorben. So fährt bei jeder Fahrt auch ein Stück Erinnerung mit“, sagt er.

Funkamateure übernahmen „rote Zora“

Zwei Schwager seien damals hauptsächlich mit dem Wagen unterwegs gewesen. Als die Feuerwehr das Auto abgeben wollte, suchten sie Mitstreiter, um es in Enger zu halten. So fanden sich vier Funkamateure, die „die rote Zora“ 2003 von der Feuerwehr Enger übernahmen und als Funkmobil bei Wettbewerben nutzten. Einer von ihnen war Dirk Lenzes Vater, der den alten Hanomag nun aus Altersgründen abgeben wollte. „Ohne Servolenkung braucht es einen ziemlichen Kraftaufwand, das drei Meter hohe und sechs Meter lange Gefährt zu steuern“, sagt Dirk Lenze. Mit dem gleichen Aufbau existierten seinen Angaben nach insgesamt nur 76 Exemplare.

Dirk Lenze hat das Fahrzeug übernommen und möchte es als Andenken erhalten.

Dirk Lenze hat das Fahrzeug übernommen und möchte es als Andenken erhalten. Foto: Bode

Dirk Lenze möchte das Fahrzeug nun Schritt für Schritt restaurieren. „Der Auspuff und die Hauptbremskraftverstärker sind bereits erneuert, als nächstes müssen die elektrischen Anlagen überprüft werden“, sagt er. In den letzten 60 Jahren sei daran viel gebastelt worden. „Ich möchte alles wieder vernünftig herstellen“, sagt Lenze.

Unterstand gesucht

An einigen Stellen bilde sich auch immer wieder Rost, der bearbeitet werden müsse – einer der Gründe, weshalb Dirk Lenze jetzt nach einem Unterstand für das Fahrzeug sucht. „Zwei Winter musste das Auto schon an der frischen Luft stehen, Wind und Wetter sind nicht spurlos an ihm vorbeigegangen“, sagt er. Wer im Raum Enger, Spenge, Herford oder Bünde einen geschlossenen oder zumindest überdachten Stellplatz anbieten kann, möge sich melden.

Alter Diesel-Motor zwingt zur Ruhe

Mit der Übernahme des alten Hanomag habe er sich immer mehr technisches Know-How angeeignet, erzählt der Inhaber der Musikschule Lenze. Und auch die Freude an der „Gemütlichkeit“ habe er entdeckt. „Wenn man mit dem Wagen unterwegs ist, wird man zwangsläufig zur Ruhe gebeten“, sagt Lenze. Auch wenn 75 eingetragen sind – mehr als 50 bis 60 Stundenkilometer würde der alte Diesel-Motor nicht schaffen.

Bevor eine Fahrt losgeht, muss er erst eine Weile vorglühen. Ein tolles Gefühl sei es aber, wenn ihm Feuerwehrkameraden vom Straßenrand aus zuwinken, wenn er wieder einmal unterwegs ist mit der „Roten Zora“, denn: „Kaputtstehen darf sie sich nicht“, sagt Dirk Lenze.

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