Erste Patienten können bald in Neubau einziehen – Matthias-Christopher Straede leitet Fachklinik
Neuer Geschäftsführer für Geriatrie

Enger -

In der Geriatrie Enger ist derzeit vieles in Bewegung. Wenn Ende des Monats die ersten Patienten in den Neubau an der Hagenstraße einziehen, dann unter der Leitung eines neuen Geschäftsführers.

Mittwoch, 02.12.2020, 05:20 Uhr
Im Neubau werden die letzten Arbeiten vorgenommen, bevor hier in wenigen Wochen die ersten Patienten behandelt werden sollen.
Im Neubau werden die letzten Arbeiten vorgenommen, bevor hier in wenigen Wochen die ersten Patienten behandelt werden sollen. Foto: Christina Bode

Seit dem 1. November ist Matthias-Christopher Straede aus Melle zusammen mit Roland von der Mühlen Geschäftsführer des evangelischen Krankenhauses. Während sich von der Mühlen, der neben der Geriatrie auch Geschäftsführer des Lukas-Krankenhauses ist, ab Januar um die Fusion mit dem Klinikum Herford kümmern wird, übernimmt Straede von da an die Leitung des evangelischen Krankenhauses Enger. Der 33-Jährige war zuvor zweieinhalb Jahre als Geschäftsführer in der Johann-Wilhelm-Ritter-Klinik, einer Fachklinik für Hautkrankheiten in Bad Rothenfelde, tätig. „Ich freue mich darauf, das Wachstum der Geriatrie zu begleiten“, sagt er.

In dem knapp 3,5 Millionen teuren Anbau können 20 zusätzliche Betten untergebracht werden, außerdem gibt es bald vier Überwachungsplätze, damit Patienten nicht so schnell in ein anderes Krankenhaus verlegt werden müssen. „Als Spezialversorger wird die Geriatrie damit in der Region eine noch größere Rolle einnehmen“, ist sich Straede sicher.

Derzeit werden die Sanitärversorgungen in dem Neubau installiert, Betten und Mobiliar sind schon da, wie Pflegedirektor Matthias Hill informiert. Parallel zu den Arbeiten im Neubau wird im Altbau das neue Team, unter anderem auch ein neuer Chefarzt, eingearbeitet. Nach und nach werden auch Licht und Bodenbeläge auf den Fluren ausgetauscht, um den Altbau optisch an den Neubau anzugleichen. Später soll, so Hill, der Altbau gestrichen werden, damit auch von außen eine Einheit zu erkennen ist.

„Wir sind stolz auf unsere Mitarbeiter, die durch den Baubetrieb und die Corona-Pandemie derzeit einer doppelten Belastung ausgesetzt sind. Trotz allem konnten wir alles in diesem Jahr umsetzen“, sagt er.

Corona habe den Alltag in der Geriatrie ohnehin stark beeinträchtigt, berichtet Hill. „Für die Patienten ist die Situation sehr belastend, für das Personal aber noch belastender“, sagt er. Mit der FFP2-Maske, die die Pflegekräfte während der Arbeit am Patienten tragen, sei es schwere Arbeit, die sie verrichten. Durch das Besuchsverbot seien die Pflegekräfte noch einmal mehr gefordert, den Patienten „abzuholen“.

„Unser Personal ist jetzt erster Ansprechpartner für jedes Problem“, sagt Hill. Glücklicherweise sei aufgrund des guten Personalschlüssels – der aber auch mit dem höheren Versorgungsgrad der Patienten zusammenhängt – die Zeit da, intensiv auf die Patienten einzugehen. Dennoch könne das den Kontakt zu den Familien natürlich nicht ersetzen. Vor allem für demenziell erkrankte Personen sei die Situation nicht erklärbar, sagt Hill.

„Gerade für diese Menschen ist die Mimik sehr wichtig. Wenn sie nur noch die Augen sehen, fühlen sie sich schnell bedroht und werden aggressiv“, erklärt der Pflegedirektor. Generell würden die Patienten aber sehr gut mitspielen und oft im Kontakt zum Pflegepersonal auch selber einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

„Wir hatten erst zwei infizierte Patienten und noch keinen Fall in der Belegschaft“, sagt Hill. Auch wenn es ihm nicht leicht falle, ein Besuchsverbot zu verhängen, zeige diese niedrige Zahl aber, dass die Hygienemaßnahmen greifen.

Eigentlich, sagt Hill, wäre es an der Zeit, den Mitarbeitern mit einer tollen Weihnachtsfeier zu danken. „Wenn alles überstanden ist, wird es sicher ein großes Betriebsfest geben“, sagt er.

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