Spenger Getränkehändler Wolf-Detlef Kronsbein setzt auf ausgewählte Spezialitäten
„Corona hat unseren Betrieb verändert“

Spenge (WB) -

„Keine Veranstaltungen, keine privaten Feiern. Das Ganze hat unseren Betrieb total verändert.“ Wolf-Detlef Kronsbeins Getränkehandel leidet, wie viele andere auch, unter der Coronakrise. Weil seine Umsatzeinbrüche jedoch knapp unter 30 Prozent liegen, bekommt der Händler keine Unterstützung aus den Corona-Hilfspaketen.

Dienstag, 23.02.2021, 05:05 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 05:10 Uhr
Wolf-Detlef Kronsbein und Sohn Jan Lukas machen ihren Getränkehandel mit Wein- und Bierspezialität fit für die Zukunft. Mehr Nachhaltigkeit und hochwertige Rohstoffe sollen bei ihrer Angebotspalette noch weiter in den Fokus rücken, wie beispielsweise beim Bio-Hefeweizenbier der Brauerei Steiner.
Wolf-Detlef Kronsbein und Sohn Jan Lukas machen ihren Getränkehandel mit Wein- und Bierspezialität fit für die Zukunft. Mehr Nachhaltigkeit und hochwertige Rohstoffe sollen bei ihrer Angebotspalette noch weiter in den Fokus rücken, wie beispielsweise beim Bio-Hefeweizenbier der Brauerei Steiner. Foto: Daniela Dembert

Mit der Gastronomie, dem lahmgelegten Vereinswesen und den nicht stattfindenden Veranstaltungen sei praktisch der gesamte Großhandelsbereich weggebrochen . „Überleben können wir nur, weil unser Getränkemarkt Fahrt aufgenommen hat. Trotzdem fehlen jeden Monat immer noch knapp 7.000 Euro aus dem Großhandelsgeschäft.“ Eine Weile könne man das überbrücken und vom Eingemachten zehren, aber die Situation sei angespannt.

Weil in spätestens zwei Jahren mit Sohn Jan Lukas (23) die nächste Generation das Geschäft übernehmen wird, haben die Kronsbeins beschlossen, gegen den Strom zu schwimmen: „In den vergangenen Jahren haben viele Getränkehändler ihren stationären Handel aufgegeben und sich nur noch auf das Großhandels- und Liefergeschäft konzentriert. Wir werden unseren Abholmarkt ausbauen und die Angebotspalette erweitern“, erklärt Wolf-Detlef Kronsbein. Die großen, allgegenwärtigen Marken hat er bis auf einige Ausnahmen nach und nach aus dem Sortiment genommen. Die Marge ist bei diesen Marken für kleine Händler gering, denn sie stehen mit großen Supermarktketten im Geschäft. Auch will Wolf-Detlef Kronsbein sich nicht in die Abhängigkeit großer Konzerne begeben. Die Existenz als freier Getränkehandel ist aus seiner Sicht durch drei Komponenten möglich: Service, fachkundige Beratung und ein ausgewähltes Spezialitätenangebot.

„Über die Jahre haben wir festgestellt, unser Einzugsgebiet ist immer größer geworden, weil wir in den Bereichen Bier, Wein und Wasser Spezialitäten im Angebot haben, die kein anderer hat“, erzählt Kronsbein. „Darauf wollen wir aufbauen.“ Gerne kooperiere er mit kleinen Brauereien und Winzern, die er auf Reisen persönlich kennengelernt hat. Nicht selten seien es Familienbetriebe, die voll und ganz hinter ihren Produkten stünden. Aktuell testen Vater und Sohn einige Bio-Biere, um zu entscheiden, ob diese ins Sortiment aufgenommen werden.

Der Markt für derartige Getränke sei da, sind sich beide sicher. „Geiz ist geil war früher. Heute konsumieren die Leute weniger, aber bewusster. Man tut sich etwas Gutes“, sagt Kronsbein. Zum Konzept gehört auch, keine Einwegflaschen mehr anzubieten.

Die Kunden legen wieder mehr Wert auf Service, Beratung, Herkunft der Rohstoffe und den Herstellungsprozess“ , hat auch Junior Jan Lukas festgestellt. Für den Kenner mache es einen Unterschied, ob mit echtem Hopfen oder mit Extrakt gebraut werde. Und jedem Weinliebhaber sei auch klar, dass ein Wein als reines Naturprodukt in jedem Jahr anders schmecke, sofern er nicht verschnitten werde.

Parallel soll der Party- und Veranstaltungsbereich ausgebaut werden. Hier sehen die Kronsbeins den Vorteil eines kleinen, freien Handels: „Wir können Menschen eine Anlaufstelle für Beratung bieten und flexibel agieren.“

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