Stadt Enger muss bis Ende März zum Regionalplan Stellung nehmen – Bürgermeister beruhigt besorgte Bürger
„Plan zeigt nur Möglichkeiten auf“

Enger (WB) -

Bis Ende März muss der Rat der Stadt Enger seine Bedenken und Anregungen zum Regionalplan-Entwurf vorlegen. Darin ist geregelt, wo bis zum Jahr 2040 Wohn- und Gewerbegebiete entstehen können und wo der Umweltschutz Vorrang hat.

Donnerstag, 04.03.2021, 11:44 Uhr
Das ist der Regionalplan-Entwurf für Enger. Die orangefarbenen Markierungen stehen für potenzielle Wohn- und Gewerbeflächen, die grünen für Natur- und Erholungsräume, die blauen zeigen Bodenschätze wie Sand und Ton an
Das ist der Regionalplan-Entwurf für Enger. Die orangefarbenen Markierungen stehen für potenzielle Wohn- und Gewerbeflächen, die grünen für Natur- und Erholungsräume, die blauen zeigen Bodenschätze wie Sand und Ton an Foto: Bezirksregierung

Aufgestellt wurde der Plan, der den seit 2004 gültigen Gebietsentwicklungsplan ablösen soll, seit 2015 von der Regional-Planungsbehörde der Bezirksregierung in Absprache mit den Kommunen. Seit November ist der Entwurf im Internet einsehbar.

„Wir haben bereits zahlreiche Anfragen von besorgten Bürgern erhalten, die Angst haben, dass in ihrer Nachbarschaft große Gewerbe- oder Wohngebiete geplant sind oder kritisieren, dass der Stellenwert von Natur- und Klimaschutz im Entwurf des Plans eine zu geringe Bedeutung habe“, sagt Bürgermeister Thomas Meyer. In Gesprächen mit den Bürgern versuchten die Mitarbeiter des Fachbereichs für Stadtentwicklung, Infrastruktur und Umwelt alle Fragen zu beantworten und die komplexe Materie Regionalplan verständlich zu erklären.

„Viele befürchten, dass überall dort, wo der Regionalplan einen Allgemeinen Siedlungsbereich (ASB) für Wohnbebauung und nicht störendes Gewerbe ausweist, auch definitiv gebaut wird. Das ist nicht der Fall“, erklärt Bürgermeister Thomas Meyer. Der Plan, dem ein Umweltbericht beigefügt ist, beinhalte auch nichts Bedrohliches wie geplante Bahntrassen oder Ähnliches. Es handele sich nur um eine Ausweisung von Flächen, in denen eine Ansiedlung möglich wäre. Dabei habe die Bezirksregierung sich an der Kernstadt und bestehenden Wohn- und Gewerbegebieten orientiert wie in Pödinghausen und Westerenger am Holunderweg und in Belke-Steinbeck/Besenkamp.

„Der Plan ist sehr grob gehalten“, erklärt der Bürgermeister. Die Potenzialfläche westlich der Sattelmeierstraße zwischen Meller Straße und Breitestraße beinhaltet zum Beispiel Bereiche, die nicht bebaut werden können, weil es dort geschützte Landschaftsbestandteile, einen Gewässerlauf und Wald gibt“, ergänzt Fachbereichsleiterin Inge Nienhüser. „Auch den Blick auf die Liesberg-Mühle werden wir sicher nicht zubauen.“

Zudem seien die Kontingente, die der Stadt Enger von der Bezirksregierung zugebilligt wurden, mit 86 Hektar ASB-Fläche und 28 Hektar Gewerbefläche zwar großzügig bemessen, doch um alle Potenzialflächen zu bebauen, reichten sie bei Weitem nicht aus.

Wichtig zum Verständnis ist auch, dass der Regionalplan lediglich eine Grundlage ist, auf der die Kommune ihren Flächennutzungsplan und die konkreten Bebauungspläne aufstellt . Im Laufe dieser Verfahren haben Bürger, Behörden und Naturschutzverbände nochmals Gelegenheit Einspruch zu erheben“, sagt Nienhüser. „Und das Allerwichtigste: Das Eigentumsrecht steht über allem: Wenn der Eigentümer das Land nicht verkaufen will, passiert gar nichts“, betont Thomas Meyer.

Kritik gab es auch an der knappen Beratungszeit bis Ende des Monats. „Das liegt daran, dass die Gremien sich nach der Kommunalwahl zunächst bilden mussten, und auch die Pandemie hat ihren Teil dazu beigetragen“, erklärt Meyer.

Die Planungsunterlagen sind auf der Internetseite der Bezirksregierung unter dem Stichwort „Regionalplan OWL – Entwurf 2020“ abrufbar . Auch Bürger können bis 31. März Stellungnahmen zur Ausweisung der Flächen abgeben. Die Politik beschäftigt sich in einer Sondersitzung am 8. März erneut mit dem Thema.

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