ADFC stellt Bürgermeister Ergebnisse des Fahrradklimatests für Enger vor – Nordhofstraße kostet 1,1 Millionen Euro
Radler fühlen sich nicht sicher

Enger (WB) -

Lediglich der Schulnote „Ausreichend“ (4,1) haben die heimischen Radler der Stadt Enger in Sachen Fahrradfreundlichkeit gegeben. Vertreter des ADFC erläuterten diese Zahl und die weiteren Ergebnisse des ADFC-Fahrradklimatests bei einem Besuch im Rathaus.

Donnerstag, 15.04.2021, 17:03 Uhr aktualisiert: 15.04.2021, 17:10 Uhr
Diese Querungshilfe an der Spenger Straße wird laut ADFC schlecht angenommen, da sich viele Radler auf dem Schutzstreifen, der hier Richtung Enger beginnt, nicht sicher fühlen.
Diese Querungshilfe an der Spenger Straße wird laut ADFC schlecht angenommen, da sich viele Radler auf dem Schutzstreifen, der hier Richtung Enger beginnt, nicht sicher fühlen. Foto: Ruth Matthes

Mit dieser Note, die im Vergleich zur Umfrage 2018 gleich geblieben ist, belegt die Stadt Enger Platz 84 von 116 Städten vergleichbarer Größe “, erklärte der Vorsitzende der ADFC-Ortsgruppe Enger-Spenge, Uwe Diekmann. Damit liege sie im Durchschnitt der teilnehmenden Kommunen.

An der Umfrage nahmen 83 Radfahrende teil. Während sie ihrer Heimatstadt in puncto Erreichbarkeit des Stadtzentrums und Ausschilderung der Wege eine „Drei“ gaben, fiel die Notengebung in anderen Bereichen wesentlich schlechter aus. „Die Menschen fühlen sich auf den Radwegen eher unsicher, die Mehrheit fühlt sich auf der Fahrbahn von Autos bedrängt und behindert“, so Diekmann. Ein Bespiel sei der Schutzstreifen auf der Spenger Straße. Dies konnte Nienhüser nachvollziehen, gab jedoch zu bedenken, dass hier vor allem das Verhalten der Autofahrer das Problem sei.

Angela Brüning und Uwe Diekmann vom ADFC Enger-Spenge erläutern Bürgermeister Thomas Meyer (links) die Ergebnisse des Fahrradklimatests.

Angela Brüning und Uwe Diekmann vom ADFC Enger-Spenge erläutern Bürgermeister Thomas Meyer (links) die Ergebnisse des Fahrradklimatests. Foto: Ruth Matthes

53 Prozent der Befragten bewerteten den Pflegezustand der Wege mit der Note 5 oder 6. 72 Prozent halten die Wege für zu schmal, so dass ein problemloses Überholen nicht möglich sei. Außerdem wurde bemängelt, dass es auf der Burg- und der Steinstraße keine Möglichkeit für Radfahrer gibt, gegen die Einbahnstraße zu fahren.

Letzteres werden wir im Rahmen der Innenstadtsanierung diskutieren “, erklärte Nienhüser dazu. Was die Breite der Wege angeht, so verwies Bürgermeister Meyer darauf, dass viele der Verbindungen zu Zeiten angelegt worden seien, als der Radverkehr noch keinen so hohen Stellenwert hatte, wie heute.

„Das ändert man nicht in drei oder vier Jahren“, betonte er. Oftmals sie dies auch ein Platzproblem, ergänzte Nienhüser. Zudem seien die Rahmenbedingungen teilweise von der einzelnen Kommune nicht beeinflussbar. Mehrere Behörden säßen mit im Boot.

Meyer begrüßte den Klimatest grundsätzlich, gebe er doch gute Hinweise, welche Themen noch einmal diskutiert werden müssten. Das Alltagsradwegekonzept, die Regiopole und das OWL-Radverkehrskonzept wiesen in die richtige Richtung.

Diekmann sprach sich trotzdem für mehr Tempo beim Radwegeausbau und mehr Mut zur Veränderung aus. Er begrüßte den geplanten Ausbau des Radweges Nordhofstraße. Damit sei das erste Projekt des Alltagsradwegekonzeptes in Angriff genommen. Weitere müssten zeitnah folgen. Er verwies dabei auf das Sonderprogramm „Stadt und Land“ des Bundes für den Ausbau des Radverkehrsnetzes, das eine 90 bis 95-prozentige Förderung verspreche.

Inge Nienhüser erklärte dazu, die Stadt wolle versuchen, das Nordhof-Projekt noch in diesem Förderprogramm unterzubringen. Es sei jedoch zeitlich eng bemessen. Bis Ende 2022 müsse die Schlussabrechnung vorliegen, was bei einer voraussichtlich 1,1 Millionen Euro teuren Maßnahme nicht so einfach sei. Ursprünglich sollten die Fördergelder für die Nordhofstraße aus dem Programm für Kommunalen Straßenbau kommen.

Gefragt nach dem Homannweg, der Hauptverbindung nach Bünde, erklärte die Fachbereichsleiterin, dieser solle in Kooperation mit dem Kreis saniert werden, wie dies bereits beim Pattweg von der Hiddenhauser Straße nach Oetinghausen der Fall gewesen sei.

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