Herforder unter Terrorverdacht
Antrag auf Auslieferung gestellt

Karlsruhe/Herford (WB/bex). Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hofft auf eine rasche Auslieferung des mutmaßlichen Terroristen Bernhard H. Die Behörde hat in Venezuela ein Auslieferungsersuchen gestellt.

Dienstag, 22.07.2014, 08:40 Uhr aktualisiert: 22.07.2014, 08:54 Uhr
Herforder unter Terrorverdacht : Antrag auf Auslieferung gestellt
Bernhard H. (53) war einst Polizist. Foto: BKA

Der 53-jährige Herforder war, wie berichtet, Anfang Juli im venezolanischen Mérida festgenommen worden . Er wurde seit 1995 per Haftbefehl gesucht. »Mit Venezuela besteht kein Auslieferungsabkommen«, erklärte gestern ein Sprecher der Bundesanwaltschaft.

Das heiße jedoch nicht, dass H. nicht den deutschen Behörden überstellt werden könne. Die vorgeworfenen Taten – Bildung einer terroristischen Vereinigung und Verabredung zu Sprengstoffanschlägen – seien nicht verjährt. »Alles weitere ist jetzt Sache der Justiz in Venezuela.« Über Details der Festnahme machte der Sprecher keine Angaben.

Die Bundesanwaltschaft verdächtigt den ehemaligen Polizisten, mit zwei noch untergetauchten Komplizen der terroristischen Vereinigung »Das K.O.M.I.T.E.E.« angehört zu haben. Die anarchistische Gruppe soll im April 1995 versucht haben, aus Protest gegen die Ausländerpolitik das wegen eines Umbaus leerstehende Abschiebegefängnis Berlin-Grünau in die Luft zu sprengen. Dazu hielten sie 120 Kilo Sprengstoff – in Propangasflaschen gefüllte Eigenlaborate – bereit. Eine Polizeistreife schreckte die Täter auf, sie flüchteten.

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