Schwache Winde zwingen den Piloten auf den Boden – keine Verletzten
Ballon landet mitten auf der Straße

Herford (WB). Helle Aufregung an der Stadtholzstraße: Mitten zwischen den Wohnhäusern und geparkten Autos ist am Samstagabend ein riesiger Heißluftballon auf der Fahrbahn gelandet.

Montag, 28.07.2014, 10:26 Uhr aktualisiert: 28.07.2014, 12:03 Uhr
Schwache Winde zwingen den Piloten auf den Boden – keine Verletzten : Ballon landet mitten auf der Straße
Der Korb liegt auf der Seite, der Heißluftballon ist erschlafft. Niemand wurde bei dem Landemanöver verletzt, heißt es. Foto: Carsten Hähnel

Eigentlich sollte es eine schöne Ballonfahrt bei sonnigem Wetter werden – die Startbedingungen seien am Nachmittag noch optimal gewesen, sagt Gerhart Berwanger. In dessen Bielefelder Luftsportschule hatten fünf Männer und Frauen diesen Ausflug in luftiger Höhe gebucht. Das erfahrene Unternehmen wirbt mit dem »Abenteuer Ballonfahren« – und ein Abenteuer wurde es diesmal für die Insassen und den Piloten.

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Die Menschen eilen herbei, so was haben sie in ihrer Wohngegend noch nie gesehen: Ein Heißluftballon war durch schwache Winde gezwungen worden, auf der Stadtholzstraße zu landen. Foto: Carsten Hähnel

Auf dem Gelände der Herforder Brauerei an der Bünder Straße hatten sich Pilot, Fahrerteam und Fahrgäste getroffen. »Die Windstärke war zu dem Zeitpunkt gut. Nichts deutete darauf hin, dass sich daran etwas ändern könnte«, sagt Gerhart Berwanger. Nach dem zeitaufwändigen Aufheizen des Ballons, der mit der Werbung der Brauerei dekoriert ist, ging es los in Richtung Südosten. »Ein Ziel steht bei einer Ballonfahrt nie vorher fest, der Wind gibt die Richtung vor«, sagt Berwanger.

»Der Wind gibt die Richtung vor«

Über die Herforder Innenstadt segelte das Gefährt dem Stuckenberg immer näher – und der Wind wurde immer schwächer. Ein Heißluftballon könne nicht einfach in der Luft stehenbleiben, er gehe bei fehlendem Wind runter, sagte Gerhart Berwanger. Am Samstag habe der Pilot deshalb abschätzen müssen, ob er den Stuckenberg und damit dichtes Waldgelände noch überqueren könne oder nicht. Das Risiko, in den Baumwipfeln hängen zu bleiben, sei einfach zu groß gewesen. »Deshalb hat der Pilot entschieden, einen Landeplatz zu suchen. Die Sicherheit der Fahrgäste geht schließlich immer vor.«

Die Fahrbahn der Stadtholzstraße sei breit genug, um ein Landemanöver vorzunehmen. Berwanger: »Durch den schwachen Wind ging das so langsam, dass für unseren erfahrenen Piloten die Landung zwischen den Häusern kein Problem war.« Für den Fahrer sei erkennbar gewesen, dass keine Türme oder gar Oberleitungen im Wege gewesen wären. Auch die Autofahrer hätten durch das sanfte Herantasten an den Boden rechtzeitig ausweichen beziehungsweise stehenbleiben können.

Alle packten mit an

»Herbeigeeilte Anwohner haben dann den Verkehr gestoppt und die Fahrbahn frei gehalten. Alle haben mit angepackt und dem Piloten geholfen. Der Korb wurde ganz sanft aufgesetzt und die Fahrgäste haben sogar gelacht«, bestätigte auch Carsten Hähnel, der die Aktion fotografiert hat.

»Ich selbst habe derartige Manöver schon einige Male gemacht. Spektakulär sieht das natürlich immer aus«, erzählte Firmenchef Berwanger. Er betonte, dass es sich nicht um eine Notlandung, sondern um eine bewusste und gezielte Landung gehandelt habe. Berwanger: »Der Pilot geht schließlich kein gefährliches Risiko ein.« Niemand sei zu Schaden gekommen oder verletzt worden.

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