Stadt stößt bei der Unterbringung der Asylsuchenden an ihre Grenzen
Zu wenig Flüchtlings-Wohnungen

Herford (WB). Wohin mit den Flüchtlingen? Die Stadt Herford steht derzeit gehörig unter Druck. Denn: »Die Wohnungs-Kapazitäten sind erschöpft. Es gibt kaum noch Möglichkeiten, die Menschen unterzubringen«, sagt Lothar Sobek von der Ausländerbehörde.

Freitag, 09.01.2015, 07:16 Uhr
Stadt stößt bei der Unterbringung der Asylsuchenden an ihre Grenzen : Zu wenig Flüchtlings-Wohnungen
In den drei städtischen Häusern an der Gneisenaustraße leben derzeit 74 Asylsuchende – mehr geht nicht. Foto: Moritz Winde

Gestern trafen bereits neue Flüchtlinge in Herford ein, die schnellstmöglich ein Dach über dem Kopf brauchten. Darunter war auch eine fünfköpfige Familie aus dem Kosovo. Über die Zuweisung von zehn Asylsuchenden sei man am Montag von der Bezirksregierung informiert worden, sagt Sobek. »Der Rest hat uns dann ziemlich überrascht.«

»Thema beschäftigt uns Tag und Nacht«

Doch da Herford aktuell zu wenig Flüchtlinge aufnimmt – laut Quote müssen neben den momentan 310 noch weitere 60 beherbergt werden – ist die Stadt zum Handeln verdammt. Und das sei kein leichtes Geschäft, sagt Lothar Sobek. »Dieses Thema beschäftigt uns Tag und Nacht. Es ist sehr arbeits- und zeitintensiv. Uns fehlt geeigneter Wohnraum. Das macht die Sache so schwer.«

Wie berichtet, hatte der Verwaltungsvorstand Anfang der Woche überraschend entschieden, die leerstehenden Notunterkünfte an der Ulmenstraße nicht mehr nutzen zu wollen. Und das, obwohl die Wohnungen mietfrei gewesen wären. Nach Informationen dieser Zeitung soll man dafür sogar schon neue Elektrogeräte wie Mikrowellen und Kaffeemaschinen angeschafft haben. Stattdessen sollen die Flüchtlinge nun übergangsweise in einem Container-Dorf untergebracht werden.

»Noch mindestens vier Wochen müssen wir improvisieren«

»Damit ist jedoch frühestens in drei bis vier Wochen zu rechnen. So lange müssen wir improvisieren«, sagt Lothar Sobek. Das Problem: Fast alle städtischen Wohnungen, die für die Flüchtlings-Unterbringung in Frage kommen, sind belegt. Beispiel Gneisenaustraße: Hier leben 74 Menschen in drei Häusern der städtischen Wohngesellschaft WWS. Sobek: »Mehr geht beim besten Willen nicht.«

Für die neuen Asylsuchenden habe man gestern mit Glück zwei Wohnungen im Stadtgebiet organisieren können. Allerdings sollen kommende Woche weitere eintreffen. »Wir bräuchten jetzt schnelle Hilfe von Privatpersonen, die uns Wohnungen zur Verfügung stellen«, sagt der Chef der Ausländerbehörde. Doch in diesem Punkt zeigten sich die Herforder zurückhaltend. Sobek: »Eine höhere Bereitschaft wäre wünschenswert.« Zwei Wohnungen müssten erst renoviert und könnten frühestens im Februar bezogen werden. Zeit, die die Stadt eigentlich nicht hat.

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