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Do., 18.02.2016

Bäckerstraße 7: Bürgermeister leitet den Abriss maroder Gebäude ein Baggerfahrer mit Anzug und Schlips

Da fliegen die Beton-Brocken: Herfords Bürgermeister Tim Kähler lässt die Baggerschaufel gegen die Wände krachen. Uwe Neurath sorgt mit dem Wasserschlauch dafür, dass der Verwaltungschef nicht im Staub versinkt. Seit Mittwoch wird das Innenstadt-Haus an der Bäckerstraße 7 dem Erdboden gleich gemacht.

Da fliegen die Beton-Brocken: Herfords Bürgermeister Tim Kähler lässt die Baggerschaufel gegen die Wände krachen. Uwe Neurath sorgt mit dem Wasserschlauch dafür, dass der Verwaltungschef nicht im Staub versinkt. Seit Mittwoch wird das Innenstadt-Haus an der Bäckerstraße 7 dem Erdboden gleich gemacht. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Seit zehn Jahren gammelt  das Haus in der Bäckerstraße/Waisenhausstraße vor sich hin. Seit gestern läuft der Abriss. Ein Erfolg für Bürgermeister Tim Kähler. Er  hatte lange dafür gekämpft, dass dieser »Schandfleck« aus der Innenstadt verschwindet.

Im feinen Anzug  und mit edlen Lederschuhen bekleidet watete der Verwaltungschef durch den Dreck  der Baustelle. Sein Ziel: der tonnenschwere Bagger. Ruckzuck kletterte er über die meterhohen Ketten ins Führerhaus und ließ nach einer kurzen Einweisung die Schaufel gegen die Betonpfeiler des Mittelteils krachen. »Sie können direkt bei uns anfangen«, sagte Baggerfahrer Uwe Neurath.

Bereits im Wahlkampf hatte sich Kähler für den Abriss des maroden Gebäudekomplexes in 1A-Lage stark gemacht. Doch da die Bauruine in privatem Besitz ist, hatte die Stadt  keine Handhabe.  Bis die Landesregierung ein  Gesetz auf den Weg brachte, das Kommunen erlaubt, Schrottimmobilien auch gegen den Willen der Besitzer abreißen zu lassen.

150 000 Euro  kostet der Abriss. Kähler stellte aber klar, dass es sich hierbei  nur um eine Vorleistung handelt: »Wir lassen uns im Grundbuch an erster Stelle eintragen.« Sollte das Grundstück  demnächst also verkauft werden, bekommt die Stadt das Geld zurück. Noch allerdings  gibt es keine Zukunftspläne.

Etwa fünf Wochen soll die Demontage dauern, die ausschließlich von der Waisenhausstraße erfolgt. Schadstoffe wie Teerpappen wurden bereits  vorab aus den Häusern entfernt. Die 3000 Tonnen Schutt sollen nach hinten abtransportiert werden. Die Geschäfte in der gerade erst sanierten Bäckerstraße sollen nicht beeinflusst werden.

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