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Do., 01.09.2016

Maler und Ästhet: Heiner Meyer stellt im Pöppelmann-Haus aus Porsche-Fan ohne Führerschein

Die Schauspielerin Scarlett Johansson, neben ihr zwei Männer mit Dreitagebart: Einer von ihnen ist der Maler Heiner Meyer, dessen Bilder Preise in einer Höhe von bis zu 120 000 Euro erzielen. Am Samstag wird seine neue Ausstellung eröffnet.

Die Schauspielerin Scarlett Johansson, neben ihr zwei Männer mit Dreitagebart: Einer von ihnen ist der Maler Heiner Meyer, dessen Bilder Preise in einer Höhe von bis zu 120 000 Euro erzielen. Am Samstag wird seine neue Ausstellung eröffnet.

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Heiner Meyer ist Ästhet. Um die Dimensionen seiner Liebe zum Schönen zu erahnen, bedarf es nicht nur des Blicks auf seine Bilder – sondern auch ein Kuriosum spricht Bände: Der Maler ist großer Porsche-Fan, sitzt aber nie am Steuer, weil er keinen Führerschein hat.

Wer tiefer in den Pop-Art-Kosmos des Bielefelders einsteigen will, hat dazu ab Samstag, 3. September, Gelegenheit. 60 Arbeiten des Künstlers – Bilder, aber auch Skulpturen – zeigt der Herforder Kunstverein. Für Heiner Meyer ist die Verbindung nach Herford etwas Besonderes: »Dort hatte ich vor 33 Jahren meine erste Einzelausstellung überhaupt.«

Eine weitere folgte vor elf Jahren – es war gleichzeitig die bisher letzte Meyer-Ausstellung in der Region. Sein Hauptmarkt liege inzwischen in den USA, sagt der Maler, dessen Gemälde mit Preisen von bis zu 120 000 Euro gehandelt werden. Vier Stationen umfasst die Ausstellungsreihe »Beneath the Surface«, in der auch Herford Berücksichtigung findet.

Gemälde zeigt Schauspielerin Scarlett Johansson

Eines der Gemälde im Untergeschoss des Oesterlen-Anbaus zeigt die Schauspielerin Scarlett Johansson. Hinter ihr steht ein junger Mann mit Dreitagebart und Fliege, weiterhin sind Handtaschen zu erkennen. »I’m ready, Darling!« ist das Bild betitelt, das erahnen lässt, dass der Künstler nicht nur Porsche, sondern auch schöne Frauen mag. Dabei legt er Wert auf die Feststellung, prominente Gesichter nicht einfach nur wegen des Wiedererkennungseffektes zu verwenden. Wenn man Motive nur auswähle, um sie für einen Markt zu produzieren, dann würde das schiefgehen, stellt er klar: »Da ist immer auch viel Herzblut dabei.«

Ein Supermann mit schwarzer Maske

Während ein Großteil der Bilder eher über ein klassisches Zentrum verfügt, das den ersten Blick auf sich zieht, gibt es auch Arbeiten, die Geschichten erzählen – so die im Comics-Stil gehaltene »Clash of the Titans«: Eigentlich schlägt Olivias Herz nur für ihren Geliebten, den starken Popeye. Doch ein Supermann mit schwarze Maske könnte ihm den Rang ablaufen.

Eine wichtige Rolle spielt für Meyer die Materialität. Dies schlägt sich in den Skulpturen nieder, von denen der Bielefelder ebenfalls einige ausstellt. So bilden geschredderte Münzen das Material für seinen »Dagobert« – vom Motiv her eine Anknüpfung an die Comics-Welt der Kindheit.

Ausstellung ist bis zum 6. November zu sehen

 

Dass sich Heiner Meyer zunehmend auch mit Skulpturen beschäftigt, hat jedoch keine inhaltlichen, sondern vor allem finanzielle Gründe. Um die Arbeiten mit den von ihm gewünschten Materialien umsetzen zu können, habe er nach seinem Studium erst einmal Geld verdienen müssen, erklärt der 62-Jährige. 22 Galeristen weltweit tragen mittlerweile dazu bei, dass genügend Geld in die Kasse kommt – und auch die Skulpturen des Ästheten Heiner Meyer im Glanz erstrahlen.

 

Bis zum 6. November ist die Ausstellung »Beneath the Surface« des Bielefelder Malers und Bildhauers Heiner Meyer im Pöppelmann-Haus zu sehen. Sie wird am Samstag, 3. September, um 16.30 Uhr eröffnet. Einen einführenden Vortrag hält Dr. Friedhelm Häring, ehemaliger Museumsdirektor der Kunsthalle Gießen. Für Musik sorgt Sebastian Brown (Klavier).

Katalog umfasst 200 Seiten

Herford ist eine von vier Ausstellungsstationen – wobei nicht immer die gleichen Bilder gezeigt werden. Der Katalog umfasst fast 200 Seiten und ist in der Ausstellung zum Preis von 26 Euro zu erwerben. Auch eine Edition mit Drucken bietet der Kunstverein an. Eine Informationsveranstaltung für Multiplikatoren findet am 5. September ab 16.30 Uhr statt.

 

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