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Fr., 24.02.2017

Ärger über Partei-Veranstaltung im Bürgerzentrum – Café bleibt dicht Im Herforder Bürgerzentrum wird die AfD nicht bedient

Das Bürgerzentrum Haus unter den Linden wird von der Stadt Herford betrieben. Hier findet die AfD-Veranstaltung statt.

Das Bürgerzentrum Haus unter den Linden wird von der Stadt Herford betrieben. Hier findet die AfD-Veranstaltung statt. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Gegen eine AfD-Veranstaltung am Dienstag, 28. Februar, im Haus unter den Linden (HudL) in Herford regt sich Widerstand. Grünen-Politiker Volker Stumpf (73), Mitglied im Seniorenbeirat und HudL-Förderverein, ruft zum Protest auf – und kritisiert die Verwaltung.

Vorwurf an die Verwaltung

Volker Stumpf organisiert den Protest. Foto: Winde

»Es ist unerträglich, dass dieses für Offenheit und Toleranz stehende Bürgerzentrum durch eine antidemokratische und teilweise rassistische Gruppierung genutzt werden soll. Ich hätte von der Stadt als Betreiberin erwartet, dass sie der AfD die Räume nicht zur Verfügung stellt – auch auf die Gefahr hin, dass ein Gericht angerufen wird.«

Stadtsprecherin Susanne Körner hält dagegen: »Bei der AfD handelt es sich um eine demokratische Partei. Die Räumlichkeiten des HudL werden der AfD deshalb zu den üblichen Nutzungsbedingungen zur Verfügung gestellt.«

Keine Bewirtung

Will die AfD nicht bewirten: Café-Leiterin Birgit Dohte. Foto: Moritz Winde

Gegenwind schlägt der Partei auch aus dem HudL-Café entgegen, das von der Jugendhilfe Schweicheln betrieben wird. »Eigentlich ist es üblich, dass Gäste mit Getränken und Speisen versorgt werden. Am Dienstagabend aber bleibt das Café geschlossen. Diese Leute wollen wir nicht bedienen«, sagt Leiterin Birgit Dohte (53). Sie betont, dass sie die volle Rückendeckung des Trägers habe.

Volker Stumpf hat die Demo am Freitag bei der Polizei angemeldet und die Recyclingbörse damit beauftragt, Plakate mit eindeutigen Botschaften zu entwerfen. Der ehemalige Leiter des Allgemeinen Sozialdienstes will der AfD am Dienstag einen »angemessenen Empfang« bereiten. Er hofft, dass sich viele Bürger am friedlichen Widerstand beteiligen werden. Die Protestaktion beginnt um 18.30 Uhr und trägt folgenden Titel: »Die AfD gehört nicht nach Herford – und auch nicht ins HudL.« Stumpf: »Es soll ein klares Signal gegen Fremdenfeindlichkeit gesetzt werden.«

Ablehnung sei nichts Neues

Herbert Weber, Vorsitzender der AfD-Kreistagsfraktion, hat mit Ablehnung gerechnet. »Das ist nichts Neues. Sobald man sagt, man komme von der AfD, ist man gleich ein Nazi. Es fehlt der demokratische Diskurs. Stattdessen werden wir sofort verteufelt.« Er selbst sei mit einigen Äußerungen der Parteispitze nicht einverstanden. Der Kreisverband versuche aber, in Herford vernünftige Arbeit zu machen.

Weber sagt, dass die AfD inzwischen auf öffentliche Räume angewiesen sei: »Viele private Gastronomen nehmen uns nicht mehr auf – aus Angst vor Drohungen. Das ist bedauerlich und bezeichnend für den Zustand unserer Gesellschaft.« In der Vergangenheit hatte es wiederholt Anfeindungen gegen Wirte gegeben, einmal sogar einen tätlichen Angriff.

AfD-Kandidat für Landtagswahl stellt sich vor

Die öffentliche AfD-Veranstaltung beginnt um 20 Uhr, Einlass ist um 19.30 Uhr. Der AfD-Direktkandidat zur Landtagswahl, Markus Wagner, stellt sich vor. Die Kurdin und AfD-Mitglied Leyla Bilge hält einen Vortrag: »Islamismus – Kinderehen und Scharia«.

Kommentare

Gehts noch stumpfer?

Diese Leute wollen wir nicht bedienen«, sagt Leiterin Birgit Dohte (53).

Dann sollten ,,Diese Leute" auch keine Steuerfinanzierten Interessen bezahlen müssen für
z.B. ev. Einrichtungen.

tja Geschichte wiederholt sich

sehe ich auch so. Ich finde es auch sehr heuchlerisch wie Herr Volker Stumpf (Bündnis 90 die Grünen) da so einen Aufriss macht. Er unterstützt eine Partei die Inzucht erlauben wollte (Ströbele), igitt und spricht sich dafür aus, dass die AfD keine Räume mehr bekommt.Die Mann möchte doch bitte erstmal vor der eigenen Parteitüre kehren bevor er sich mit Themen beschäftigt, die von denen er offenbar keine Ahnung hat. :-(

Aha, die "Toleranten" wollen also eher andere Meinungsäußerungen verbieten.
Sind dann doch eher die "Intoleranten".

3 Kommentare

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