Klinikum stellt erste Pläne vor – geschätzte Kosten: 17 Millionen Euro
Herfords neue Kinderklinik?

Herford (WB). Es wird bunt: Das Klinikum hat am Donnerstag erste Pläne für den Neubau der Kinder- und Jugendklinik gezeigt. Die Kosten werden auf 17 Millionen Euro geschätzt. Im Mai 2018 soll der erste Spatenstich erfolgen. Der Betrieb könnte Ende 2019 starten – dann soll die alte Klinik zurückgebaut werden.

Donnerstag, 23.03.2017, 20:00 Uhr aktualisiert: 24.03.2017, 17:04 Uhr
Viel Licht, viele Farben: Die neue Kinderklinik könnte 17 Millionen Euro kosten. Foto: HDR TMK (Entwurf)
Viel Licht, viele Farben: Die neue Kinderklinik könnte 17 Millionen Euro kosten. Foto: HDR TMK (Entwurf)

Stützen sollen an Buntstifte erinnern

Die alte Kinderklinik wurde 1976 erbaut.

Die alte Kinderklinik wurde 1976 erbaut. Foto: Winde

Der Entwurf, der sich gegen vier andere Varianten durchsetzen konnte, stammt vom renommierten Architekturbüro HDR TMK. Die Düsseldorfer bauen ausschließlich im Gesundheitswesen. Das benachbarte Johannes-Wesling-Klinikum in Minden stammt genauso aus ihrer Feder wie das Mutter-Kind-Zentrum in Mönchengladbach und das Klinikum in Dortmund.

Architekt Michael König sagt, dass der Bau von Kinderkliniken einen ganz besonderen Reiz habe. »Als junger Vater kann man nachvollziehen, wie belastend der Aufenthalt im Krankenhaus ist. Wir wollen der Klinik eine eigene Identität geben. Es soll ein Ort des Heilens sein, aber trotzdem vom schweren Schicksal der kleinen Patienten ablenken.« Neben der Funktionalität habe man großen Wert auf eine lebendige, angstnehmende Atmosphäre gelegt.

Das versuchen die Rheinländer mit viel Tageslicht, individuellen Gestaltungsmöglichkeiten der Zimmer, schutzgebenden Rückzugsmöglichkeiten wie einer bepflanzten Dachterrasse sowie jeder Menge Farben. »Die schräg gestellten Stützen im Eingang sollen an tanzende Buntstifte erinnern. Das soll auch zum Logo der neuen Kinderklinik werden«, sagt Prokurist Ralf Landsberg.

Klinik wird auf der Apotheke errichtet

Das fünfstöckige, hochmoderne Gebäude soll zwischen der jetzigen Kinderklinik – sie wurde 1976 gebaut und ist räumlich und strukturell nicht mehr zeitgemäß – und dem Hubschrauberlandeplatz entstehen. Geplant ist, den Neubau auf der jetzigen Apotheke zu errichten. Leitgedanke des Entwurfs war, die Kinderklinik im Zusammenspiel mit dem vorhandenen Mutter-Kind-Zentrum zu verstehen. Eine Verbindung zum Haupthaus ist ebenfalls vorgesehen. Das Motto: kurze Wege, schnelle Hilfe.

Auf etwa 7000 Quadratmetern entstehen neben der Kinder- und Jugendklinik mit allgemeiner Kinderkrankenpflege (38 Betten) eine Intensivstation für Frühchen (15 Betten) und Kinder (6 Betten) sowie Teilbereiche der Frauenklinik (30 Betten). Das sei dringend notwendig, sagt Klinikum-Vorstand Martin Eversmeyer: »Durch die Schließung der Frauenheilkunde in Bünde hat sich die Geburtenzahl bei uns fast verdoppelt.« In der Kinder- und Jugendklinik werden pro Jahr 3000 Patienten stationär und 11.000 ambulant versorgt – vom Säugling- bis zum Erwachsenenalter.

Genaue Finanzierung noch unklar

So könnte der Aufenthaltsbereich aussehen.

So könnte der Aufenthaltsbereich aussehen.

Vorstand Rudolf Küster betont, dass es sich um erste Pläne handelt. Jetzt werde intensiv darüber beraten, Ärzte und Pfleger könnten Änderungswünsche äußern. Auch die Politik muss später zustimmen.

Noch recht unklar ist die Finanzierung des Millionen-Projekts. Zwar sagt Martin Eversmeyer, dass diese gesichert sei. Wer allerdings letzen Endes wie viel bezahlt, stehe noch nicht fest. »Wir wollen Fördermittel beim Land beantragen.« Notfalls könne das Klinikum die Kosten aber auch selbst tragen. Die neue Klinik sei schließlich von besonderer Bedeutung, da sie ein Leuchtturm für Kinderkliniken und die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen sein werde.

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