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Do., 05.10.2017

Klinikum Herford bietet neues Verfahren für Patienten mit Leberkrebs Atemtest hilft bei OP-Entscheidung

»Wie sagen es die Kölner? Et hätt noch emmer joot jejange«: Hans Godlinski hat die Operation, bei der ihm ein Tumor in der Leber entfernt worden ist, gut überstanden. Ein Atemfunktionstest hat dem 82-Jährigen geholfen. Er konnte das Klinikum inzwischen verlassen.

»Wie sagen es die Kölner? Et hätt noch emmer joot jejange«: Hans Godlinski hat die Operation, bei der ihm ein Tumor in der Leber entfernt worden ist, gut überstanden. Ein Atemfunktionstest hat dem 82-Jährigen geholfen. Er konnte das Klinikum inzwischen verlassen.

Herford (WB). Hans Godlinski ist auf dem Weg in den Urlaub, als er plötzlich auf dem Rastplatz zusammenbricht. In einem Krankenhaus in Süddeutschland wird er notoperiert. Diagnose: Leberriss. Die während der Operation entnommene Gewebeprobe erklärt einige Tage später, warum das Organ des 82-Jährigen plötzlich blutete.

Auch zur Überprüfung der Leberleistung vor oder während Chemotherapien kann der Atemfunktionstest genutzt werden.

»Die Diagnose Leberkarzinom war ein großer Schock für mich«, erinnert sich Hans Godlinski. Sein Hausarzt überweist ihn ins Klinikum Herford, in die Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Hier werden jährlich etwa 60 Patienten mit Lebertumoren operiert.

Nicht immer können Tumore durch eine Operation entfernt werden. Vor allem, wenn der Krebs große Teile der Leber befallen hat oder die Leber vorgeschädigt ist. Ein anschließendes Leberversagen wäre dann die Folge einer Operation.

Tumor ist entfernt, Chemotherapie unnötig

»Die Leberfunktion des Patienten spielt bei der Therapieentscheidung eine wichtige Rolle. Ist die Funktion nicht ausreichend, kann das Wachstum des Tumors nur noch mithilfe einer Chemotherapie aufgehalten, der Patient aber nicht geheilt werden«, sagt Dr. Stephanie Werth.

Mithilfe eines speziellen Atem-Tests erhielt die Oberärztin innerhalb von 30 Minuten einen Überblick darüber, wie gut die Leber von Hans Godlinski arbeitete. Während der Operation konnte der Tumor entfernt werden. Eine Chemotherapie braucht er nicht. »Wie sagen es die Kölner? Et hätt noch emmer joot jejange. Ich habe alles gut überstanden und dafür bin ich dankbar«, sagt Hans Godlinski und lacht.

Immer mehr Darmkrebs-Patienten werden erfolgreich behandelt

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten, weltweit erkranken jährlich rund 1,4 Millionen Menschen an Darmkrebs. Häufig finden sich im Laufe der Erkrankung Tochtergeschwulste in der Leber.

Dank fortschrittlicher Operations- und Therapieverfahren können immer mehr Patienten, die an Darmkrebs leiden, erfolgreich behandelt werden, auch wenn die Erkrankung erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt wird. Im Darmzentrum des Klinikums werden Darmkrebspatienten versorgt. Die Lebermetastasenchirurgie ist dank des LiMAx-Tests nun noch sicherer geworden. Auch zur Überprüfung der Leberleistung vor oder während Chemotherapien kann der Atemfunktionstest genutzt werden.

Alle für die Behandlung wichtigen Fachabteilungen arbeiten Hand in Hand und kooperieren zusätzlich mit den ansässigen Hausärzten. Grundlagen der individuellen Behandlungen sind die Empfehlungen der Deutschen Krebsgesellschaft.

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