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Di., 31.10.2017

Höckerstraße in Herford: Abriss der drei historischen Häuser schreitet voran Der Durchbruch

Die nächste Großbaustelle in der Herforder City: Anwohner und Geschäftsleute sind inzwischen an Staub, Dreck und Lärm gewöhnt. Am Montagmorgen haben die Bagger an der Höckerstraße das erste von drei Häusern komplett abgerissen.

Die nächste Großbaustelle in der Herforder City: Anwohner und Geschäftsleute sind inzwischen an Staub, Dreck und Lärm gewöhnt. Am Montagmorgen haben die Bagger an der Höckerstraße das erste von drei Häusern komplett abgerissen. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Krawumm! Ein Stück Stadtbildgeschichte ist verschwunden. Die Bagger haben in der Höckerstraße das erste der drei historischen Häuser dem Erdboden gleich gemacht. Nächste Woche soll das alte Wittekind-Kino abgerissen werden.

Experte muss die Statik überprüfen

Die schweren Maschinen arbeiten sich von hinten nach vorne. Am Montagmorgen der Durchbruch: Das Haus Höckerstraße 7 – hier war zuletzt ein Handyladen zu Hause – ist nur noch Schutt und Asche. Viele Passanten bleiben stehen und versuchen einen Blick durch die abgehängten Zäune zu erhaschen.

Der Mann fürs Grobe: Baggerfahrer Hendrik Büker. Foto: Moritz Winde

Baggerfahrer Hendrik Büker vom Spezialunternehmen Josef Weber aus Georgsmarienhütte sagt, dass diese Baustelle eine besondere Herausforderung sei. »Wir sind hier mitten in der Stadt. Es ist extrem eng. Da muss man schon höllisch aufpassen.«

Bis zum Mittag läuft alles reibungslos. Doch dann Zwangspause: Im Nachbargebäude (Optiker Eyes & more) sind meterlange Risse an den Innenwänden zu sehen. »Die Häuser scheinen miteinander verbunden zu sein. Das soll sich erst ein Statiker anschauen«, sagt Büker. Eine Gefahr bestehe jedoch für niemanden.

Moderner Neubau kostet mehr als zwei Millionen Euro

Seit Jahren gammeln die Immobilien mit den Nummern 7, 5 und 3 im Herzen der Fußgängerzone vor sich hin. Für viele sind die leer stehenden Gebäude echte Schandflecke. Andere wiederum plädieren für deren Erhalt. Doch das würde ein Vermögen kosten, was niemand bereit ist zu zahlen. Kritik wurde daran laut, dass der Denkmalschutz des Wittekind-Kinos offenbar durch Nichtstun ausgehebelt werden konnte.

Der neue Eigentümer macht nun Nägel mit Köpfen. Nachdem das Bauministerium den Schutz gekippt hatte, weil sich das Gebäude weder mit vertretbarem wirtschaftlichen Aufwand sanieren, noch anschließend wirtschaftlich betreiben lasse, war der Weg für den Abriss frei. In ein paar Wochen sollen die Häuser weg sein.

Auf der Fläche soll bis Ende 2018 für mehr als zwei Millionen Euro ein modernes Geschäftshaus mit ein bis vier Ladenlokalen entstehen. »Verhandlungen mit potenziellen Mietern nehmen wir aber erst auf, wenn das neue Altstadt-Centrum fertig ist«, sagt der Investor aus Lübbecke. Ein Handyladen, betont der 48-Jährige, komme aber auf keinen Fall in Frage.

Im Nachbargebäude sind durch den Abbruch meterlange Risse in den Wänden entstanden. Ein Statiker muss sich die Sache anschauen, bevor es weiter geht. Foto: Moritz Winde

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