Warsteiner will noch 2018 Partner oder Käufer für Herforder finden
Besorgte Brauer

Herford/Hiddenhausen (WB). Mit Sorge hat die Belegschaft der Brauerei die Pläne der Warsteiner Gruppe aufgenommen , einen Partner oder Käufer für ihren Standort zu suchen. »Wir arbeiten intensiv an einer guten Lösung – sowohl für die Marke Herforder als auch für die Mitarbeiter vor Ort«, heißt es aus Warstein.

Freitag, 02.02.2018, 21:00 Uhr aktualisiert: 03.02.2018, 11:16 Uhr
Seit 140 Jahren wird in Hiddenhausen das Herforder Pils abgefüllt. Nun ist die Zukunft ungewiss: Die Warsteiner Gruppe, zu der das »Herrliche Herforder« seit 2007 gehört, sucht einen Kooperationspartner oder Käufer für den Standort. Foto: Moritz Winde
Seit 140 Jahren wird in Hiddenhausen das Herforder Pils abgefüllt. Nun ist die Zukunft ungewiss: Die Warsteiner Gruppe, zu der das »Herrliche Herforder« seit 2007 gehört, sucht einen Kooperationspartner oder Käufer für den Standort. Foto: Moritz Winde

»Wenn die Zukunft derart offen ist, sorgt das bei Mitarbeitern natürlich für Ängste«, sagt Thorsten Kleile, betreuender Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Betriebsrat und Gewerkschaft müssten nun aber erst einmal die Entwicklung abwarten. »Bisher ist von Stellenstreichungen nicht die Rede. Es scheint aber offensichtlich, dass Warsteiner anstehende Investitionen nicht alleine tätigen will«, folgert er. »Wenn ein Partner einsteigt, wird er die Spielregeln mitbestimmen wollen – und wie die dann in Bezug auf die Belegschaft aussehen, müssen wir erst abwarten«, so Kleile. Dies gelte auch für einen potenziellen Käufer.

Sinkender Absatz

Die Warsteiner Gruppe verweist ihrerseits darauf, dass sie noch in diesem Jahr einen Kooperationspartner oder Käufer für die Herforder Brauerei finden will. »Diese Ziele verfolgen wir mit aller Anstrengung«, sagte Unternehmenssprecherin Sinje Vogelsang.

Angesichts des allseits sinkenden Bier-Absatzes habe auch der Standort Hiddenhausen zu kämpfen. Bereits heute fülle die Herforder Brauerei »für spezielle Handelspartner« deren Produkte ab, um ihre Kapazitäten auszulasten. Erfreulich sei die Entwicklung des naturtrüben Landbiers, das 2017 erfolgreich in der Kernregion Ostwestfalen-Lippe eingeführt worden sei.

»Marke nicht bedroht«

Die Traditionsmarke sei bei einer Neuausrichtung nicht bedroht, so die Sprecherin: »Um unsere treuen Kunden zu begeistern, haben wir nicht nur in neue Steinie-Flaschen investiert, sondern werden noch in diesem Jahr mit einem Jubiläumsbier zum 140. Geburtstag überraschen.«

Hiddenhausens Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer hat am Freitag bereits Kontakt zu Warsteiner aufgenommen, um ein persönliches Gespräch über die Zukunft der Brauerei zu vereinbaren. »Ich bin zuversichtlich, dass die Herforder Brauerei als ein bereits saniertes Unternehmen, in das regelmäßig investiert wurde und das einen Namen hat, eine gute Basis für die Suche nach einem Partner bietet«, so Rolfsmeyer. Die Tatsache, dass Warsteiner Standort und Marke erhalten wolle, wertet er als positives Signal. Beim Ausbau der Bünder Straße und des Kreisels an der Brauerei habe er das Unternehmen als sehr kooperativ und zukunftsorientiert erlebt.

Arbeitsplätze sichern

Christian Dahm (SPD-MdL) nannte Herforder Pils eine Top-Marke mit Strahlkraft über die Region hinaus. Die Belegschaft sei bereits von 700 auf 100 Mitarbeiter verschlankt worden. »Das sollte jetzt genug sein. Diese Arbeitsplätze müssen auch weiterhin gesichert werden«, so Dahm.

Für Hans-Jörg Düning-Gast, CDU-Vorsitzender in Hiddenhausen, war die Nachricht »ein kleiner Schock«. Die Kommunalpolitik müsse nun signalisieren, dass ihr der Arbeitgeber wichtig sei und dass sie den nun anstehenden Prozess so positiv wie möglich begleiten werde.

Kommentare

Nichts ist wie es ist.  schrieb: 03.02.2018 12:47
Keine Perspektive
Wer sämtliche Veröffentlichungen sieht, muss sich fragen, wie soll hier der Turnaround geschafft werden? Das gilt für Warstein als auch für Herforder. Bei Beibehaltung der Geschäfts und Markenpolitik, wird der Absatz weiter rückläufig sein. Niemand glaubt, das eine Handelskette diesen Standort kauft. Warum auch ? Die Aufträge im Lohnbrauverfahren, kann man alle 3 oder 4 Jahre neu ausschreiben. Kapazitäten gibt es in der Branche genug. Warum hier das Risiko eines Standortes mit Mitarbeitern und Pensionsverpflichtungen eingehen. ? Die Fehler wurden schon in 90ziger gemacht und leider wurden die Weichen nie auf ein Zukunftskonzept gestellt, aber in Detmold und Lübbecke sieht es auch nicht besser aus.
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