Fr., 09.03.2018

Gunther Grabe stellt im Pöppelmann-Haus aus Liebeserklärungen an die Natur

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Seine Themen seien das Leben, die Liebe und der Tod, sagt Gunther Grabe. Wie der Künstler dies auf die Leinwand bringt, ist jetzt im Pöppelmann-Haus zu sehen – und zwar in Gestalt von Totenschädeln, futtersuchenden Schweinen und Liebeserklärungen an die Natur.

Unter dem Titel »heiter bis bedeckt« zeigt der Bielefelder Künstler ab Sonntag, 11. März, etwa 70 Gemälde und Zeichnungen. Die Eröffnung beginnt um 11.30 Uhr. Entstanden sind die Arbeiten zwischen 2010 und 2018. Auch wenn Gunther Grabe eine Vielzahl an Ausstellungen vorweisen kann, böten der Kunstverein und das Pöppelmann-Haus schon besondere Möglichkeiten, erklärt er.

Dem Leben abgeschaut

Als freischaffender Künstler begonnen hat er Mitte der 80er Jahre. Es war die Zeit der Jungen Wilden und der Hinwendung zur gegenständlichen Malerei. Eindrücke, die Grabe maßgeblich geprägt haben. Auf die Idee, abstrakt zu malen, ist er nach eigenen Angaben noch nie gekommen.

Möglicherweise hängt die Neigung zum Figürlichen mit seiner Liebe zur Welt und ihren Themen zusammen. Er suche die Motive nicht, sondern sie kämen zu ihm, so Grabe. Oft sind es Landschaften, Eindrücke, die mit ihnen verbunden sind. Eine Spaziergängerin an der Küste zum Beispiel – rechts ein Sackgassenschild. Wer hier weitergeht oder -fährt, landet im Meer. Typisch für den Bielefelder Künstler ist, dass er den Menschen nicht von vorne zeigt, sondern als Teil der Natur. Die ganze Szenerie erhält so etwas gekonnt Beiläufiges – dem Leben abgeschaut und gleichzeitig Ausdruck der Haltung, dass es künstlerisch immer weiter geht, dass es das absolute Bild nicht geben wird.

Der Tod im Schweineschnitzel

Bemerkenswert ist die in der Ausstellung dokumentierte Affinität zum Fleisch geschlachteter Tiere. Damit wolle er aber nicht provozieren, betont Gunther Grabe. Vielmehr seien für einen Maler auch die Farben interessant. Farben, die sich im Ton stündlich verändern – indem er einen bestimmten Zeitpunkt vor dem Verfall oder dem Verzehrtwerden festhält, trotzt seine Kunst der Vergänglichkeit.

Der Tod ist im künftigen Schweineschnitzel präsent – deutlicher und plastischer tritt er in den Totenschädeln zum Vorschein, die Grabe im Beinhaus von Hallstadt entdeckt hat. Die Schädel sind zum Teil bemalt worden – für den Künstler ein Triumph der Malerei über den Tod, der so etwas Versöhnliches erhalte.

Spiel mit der Kunstgeschichte

Als ein Spiel mit der Kunstgeschichte versteht der Bielefelder seine übermalten Plakate, die aus Ausstellungen stammen und ebenfalls einen breiten Raum einnehmen. Immer wieder fällt bei den Erklärungen das Wort »Augenzwinkern« – der Maler als Übermaler macht sich nicht lustig, sondern nutzt die Plakate als Inspiration für eigene Gedanken. Auch hier zeigt sich Grabe als jemand, der seine Motive liebt. Kein Spötter, kein Krakeeler – was sich auch in der Farbwahl niederschlägt. Der Betrachter mag die Landschaften, die auf der Leinwand zu sehen sind.

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