Jochen Schmitt zum Niedergang der Brauerei
Früherer Herforder-Geschäftsführer: »Kapitale Managementfehler«

Herford (WB/OH). Für den Niedergang der von der Warsteiner-Gruppe zum Verkauf gestellten Herforder Brauerei Felsenkeller macht der frühere Geschäftsführer Jochen Schmitt (1986-98) »kapitale Managementfehler« verantwortlich.

Dienstag, 27.03.2018, 06:00 Uhr aktualisiert: 27.03.2018, 08:30 Uhr
Warsteiner will die Herforder Brauerei verkaufen. Foto: Oliver Schwabe
Warsteiner will die Herforder Brauerei verkaufen. Foto: Oliver Schwabe

Nur so sei zu erklären, dass der Ausstoß der Marke Herforder von einst gut einer Million Hektoliter auf mutmaßlich nur noch rund 150.000 Hektoliter zurückgegangen sei. »Das gleicht einer Kleinbrauerei«, sagt der 75-Jährige. Er war auch bei der heute zur Oetker-Tochter Radeberger gehörenden Berliner-Kindl-Brauerei, bei der König-Brauerei in Duisburg und bei der Privatbrauerei Rolinck (Steinfurt) in leitenden Funktionen tätig.

»Die Marktentwicklung mit rückläufigem Bierkonsum und der harte Wettbewerb sind nicht die Gründe«, sagt Schmitt. Streitigkeiten innerhalb der Gesellschafterfamilien hätten die Brauerei in Existenznöte gebracht. Meinungsverschiedenheiten hatten auch zu seiner Demission geführt.

Zu Schmitts Zeit sei Herforder auf dem Weg von einem Arbeiterbier zu einer bundesweiten Premiummarke gewesen. Wegen der Mehrwegdiskussion Mitte der 1990er sei zwar der erfolgreiche Container mit zehn Einwegflaschen eingestellt worden. Damit fielen zehn Prozent des Ausstoßes weg. Ausgehend von einem starken regionalen Geschäft sei die Marke nach der Wende aber auch in Ostdeutschland und in Berlin gut positioniert gewesen.

»Die Produktion von Handelsmarken, was bei Bekanntwerden einen großen Reputationsschaden für die Marke zur Folge hat, war damals gar kein Thema.« Inzwischen sollen, wie berichtet, die für Edeka Rhein-Ruhr gebrauten Biere »Oskar Maxxum« und »Traugott Simon« zwei Drittel des Jahresausstoßes von 470.000 Hektoliter ausmachen. Edeka gilt als möglicher Käufer, um sich die Produktionskapazität zu sichern.

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