Do., 29.03.2018

Zur Tatzeit »einen Liter Cognac« im Blut Würge-Urteil: Bewährung für Herforder

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Steve Wasyliw

Herford/Bielefeld (WB). Dieses Urteil des Landgerichts Bielefeld kann als letzter Warnschuss für den Angeklagten gewertet werden: Sowohl die Haftstrafe von drei Monaten wegen Körperverletzung wie auch die Unterbringung in einer Psychiatrie gegen einen Herforder (54), der einen Studenten (21) gewürgt haben soll, wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Wie berichtet, soll der mehrfach wegen Gewaltdelikten vorbestrafte Mann im alkoholisierten Zustand einen 21-jährigen Hundebesitzer im Grünzug Siekers Wiesen nahe der Mindener Straße gewürgt haben. Nach eigenen Angaben hatte der Angeklagte mindestens einen Liter Cognac getrunken, ehe es zum Zwischenfall am 12. Mai 2016 kam.

Der Mann war bereits in Behandlung

Einen Auslöser für die Tat gab es nicht. Der 54-Jährige selbst sieht sich als Heiler an, der »den Kampf gegen böse Mächte« führt. Der gerichtlich bestellte Gutachter Dr. Bernhard Mayr attestierte dem gebürtigen Kirgisen eine paranoide Schizophrenie. Einmal war er deshalb bereits in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Der Vorsitzende Richter der II. Großen Strafkammer, Carsten Wahlmann, sah auch die Psychose des Angeklagte als ausschlaggebenden Grund dafür, dass der geschiedene Mann den Hundebesitzer im Park ohne Vorwarnung würgte. Daher zeigten sich auch alle Prozessbeteiligten mit der Anordnung zur Unterbringung in der Psychiatrie einverstanden. Die Einweisung in eine Entziehungsanstalt wurde mangels vorhandener Erfolgsaussicht verworfen.

Strickte Auflagen

Zwar beantragte Verteidiger Jan Henning Heuermann für seinen Mandanten lediglich die Verurteilung zu einer Geldstrafe statt zu einer Freiheitsstrafe, jedoch wird diese aufgrund der Unterbringung ohnehin nicht vollzogen. Richter Wahlmann gab dem 54-Jähirgen strikte Auflagen mit. So steht er fünf Jahre unter Führungsaufsicht, muss seine Medikamente regelmäßig einnehmen und unterliegt strengen Meldeauflagen.

Nach längerer Beratung mit seinem Verteidiger nahm der Herforder das Urteil an. Da auch Staatsanwältin Ilona Trüggelmann zustimmte, ist das Urteil rechtskräftig.

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