So., 22.04.2018

Theatergruppe des Heimatvereins spielt »Amore Mio« – alle Vorstellungen ausverkauft Stedefreunder Liebesnächte

Maria (Anke Brandwein) ist angetan vom Aufreißer Joe (Lars Brockmann), der es auf unerfahrene Frauen abgesehen hat.

Maria (Anke Brandwein) ist angetan vom Aufreißer Joe (Lars Brockmann), der es auf unerfahrene Frauen abgesehen hat. Foto: Sophie Hoffmeier

Von Sophie Hoffmeier

Herford (WB). »Keine wilde Ehe unter diesem Dach«, das steht für Traudel fest. Dass bei ihr im Haus tatsächlich noch viel mehr vor sich geht, das erfahren die Besucher in Stedefreund. Die Theatergruppe des Heimatvereins führt aktuell ihr neues Stück »Amore Mio« im Stedefreunder Krug auf.

Maria hat ganz schön was zu tun: Sie hat sich vorgenommen, alle Sünden aufzuschreiben, die sich in ihrer Nachbarschaft ereignen. Die Dorf-Nervensäge wird treffend und schrill dargestellt von Anke Brandwein. Ihr »Sündenbuch« könnte sie eigentlich allein mit dem füllen, was in Gunthers Kneipe vor sich geht.

Dorfbewohner geraten aneinander

In der urigen Kulisse ist das Publikum zu Gast. Die Kneipe in der Kneipe sorgt für eine gewisse Wohlfühl-Atmosphäre. Hier erleben die Zuschauer, wie die Dorfbewohner aneinander geraten. Besonders Sittenwächterin Traudel droht ihrem Gegenüber gerne mal Unheil an und hält sich mit ihrer Meinung nicht zurück. Ihr passt es gar nicht, dass Bruder Gunther (Manfred Friske) Freundin Rosa (Maggy Abhal) bei ihnen im Haus wohnen lässt und sie auch noch heiraten will.

Und auch Job-Konkurrentin Maria und Aufreißer Joe (Lars Brockmann) wecken ihr Missfallen. Dass sie mit ihrem losen Mundwerk aufgrund eines Missverständnisses ihren potenziellen Arbeitgeber, den Dorfpfarrer (Tino Jacobi), verschreckt, bringt sie dann aber doch aus der Fassung. Christine Held geht in dieser schrägen Rolle voll auf. Für Belustigung sorgt auch ihr Schwarm Franzl (Martin Kleineidam), der nach einer Italienreise meint, sich einen charismatischen Akzent angeeignet zu haben. Nun hofft er, dass ihm alle Frauenherzen zufliegen.

Alle Vorstellungen ausverkauft

Aus der Kombination all dieser verrückten Charaktere ergeben sich die absurdesten Situationen. Machogehabe und so mancher Schlagabtausch erheitern das Publikum. Das von Regisseurin Petra Konopka ausgewählte Stück macht allerdings nicht nur den Besuchern Spaß – auch den sieben Darstellern ist deutlich anzumerken, wie viel Freude ihnen der Stoff macht.

Die Vorlage von Ute Tretter-Schlicker mit dem Nebentitel »Kann denn Liebe Sünde sein?« scheint perfekt zu der sympathischen Truppe zu passen. Angefangen mit den Proben haben sie Ende Dezember. Tino Jacobi, seit Anfang März dabei, gelingt hier ein hervorragender Einstieg. Martin Kleineidam, 2004 zuletzt auf der Bühne zu sehen, stellte unter Beweis, dass er seitdem nichts verlernt hat.

900 Besucher kann die Theatergruppe insgesamt in mehreren Vorstellungen begrüßen. Drei Termine stehen am kommenden Wochenende noch aus – alle restlos ausverkauft.

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