Fr., 22.06.2018

Vorstand schlägt Verringerung der geplanten Investitionen vor 4,5 Millionen Euro Defizit beim Klinikum

Präsentierten gestern keine guten Zahlen: Klinikum-Vorstand Rudolf Küster (links) und Stephan Judick. Das Defizit für 2017 beläuft sich auf 4,5 Millionen Euro.

Präsentierten gestern keine guten Zahlen: Klinikum-Vorstand Rudolf Küster (links) und Stephan Judick. Das Defizit für 2017 beläuft sich auf 4,5 Millionen Euro. Foto: Ralf Meistes

Von Ralf Meistes

Herford (WB). Das Klinikum Herford hat im Jahr 2017 einen Verlust von 4,5 Millionen Euro gemacht. Auch für die kommenden zwei Jahre geht Vorstandssprecher Stephan Judick von einem Defizit aus. »Dann werden wir aber das Delta überstanden haben«, ist sich Judick sicher.

Klinik-Personal über Lage informiert

Über die Lage des Klinikums sind gestern auch die Mitarbeiter informiert worden. Dabei haben die Vorstände Stephan Judick und Rudolf Küster betont, dass sie nicht mit Personalabbau auf die derzeitige Lage reagieren wollen. »Wir haben hier sehr engagierte Mitarbeiter«, betonte Judick. Mit etwa 2000 Mitarbeitern ist das Klinikum der größte Arbeitgeber in der Stadt Herford.

Kosten für Haupthaus deutlich höher

Auf die Frage, warum das Klinikum dermaßen in finanzielle Schieflage geraten ist, verweist Judick auf die rege Bautätigkeit in den vergangenen Jahren. All dies habe nicht nur viel Geld gekostet, sondern durch die Baumaßnahmen sei auch die Auslastung des Klinikums nicht so gewesen wie sonst üblich. Teilweise hätten aufgrund der Arbeiten 80 Betten nicht zur Verfügung gestanden. Gerüchten zufolge soll die Modernisierung des Haupthauses deutlich teurer geworden sein als ursprünglich vorgesehen.

Aber auch aus dem operativen Geschäft heraus sei ein Defizit von einer Million Euro entstanden. Hier müsse noch genauer hingesehen werde, wie die Situation wieder verbessert werden könne. Stephan Judick ist seit April Vorstandssprecher des Klinikums (siehe Kasten). Er hat die schlechten Zahlen aus dem Jahr 2017 also nicht zu verantworten.

»Zahlen bislang sehr optimistisch betrachtet«

Über eine mögliche Verantwortlichkeit seines Vorgängers, Martin Eversmeyer, möchte Judick nicht sprechen. Er betont allerdings: »Die wirtschaftliche Situation des Klinikums ist in der Vergangenheit sehr optimistisch betrachtet worden. Jetzt ist es an der Zeit, sie realistisch zu betrachten.«

Weniger Investitionen

Etwa 100 Millionen Euro sind in den vergangenen Jahren in die Gebäude entlang der Schwarzenmoorstraße investiert worden. Allein für Zinsen und Tilgung müsse das Klinikum etwa fünf Millionen Euro pro Jahr aufbringen. Um die medizinische Versorgung weiter zu optimieren, waren auch für die kommenden zehn Jahre erhebliche Investitionen geplant. »Wir wollen intelligente Lösungen erarbeiten und so etwa 50 Prozent weniger ausgeben als geplant«, betonte Judick.

Entscheidung über Pflegeschule

So soll der Neubau der Kinderklinik nicht mehr 23 Millionen Euro kosten, sondern nur noch 17 Millionen Euro. »Wir werden dem Verwaltungsrat einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten«, so Küster. Ein neues OP-Zentrum wird es nicht vor 2025 geben. Um dennoch den gestiegenen Zahlen in diesem Bereich Rechnung zu tragen, soll es einen Anbau mit drei OP-Sälen geben. Auch hier muss der Verwaltungsrat zustimmen. Für die geplante Pflegeschule, ob auf dem Bildungscampus oder anderswo, soll es bis September einen abstimmungsreifen Vorschlag geben, sagte Küster.

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