Sa., 14.07.2018

Jürgen Escher hat Kunst des Sprayers Sponk fotografiert Bildband über Graffiti-Kästen

Das Kriegerdenkmal, das früher auf dem Alten Markt stand, hat Sprayer Sponk in Flammen dargestellt, um die vernichtende Kraft des Krieges darzustellen. Jürgen Escher hat dieses Triptychon im Foto verewigt. Das Motiv vom Wall ist Teil des neuen Bildbandes.

Das Kriegerdenkmal, das früher auf dem Alten Markt stand, hat Sprayer Sponk in Flammen dargestellt, um die vernichtende Kraft des Krieges darzustellen. Jürgen Escher hat dieses Triptychon im Foto verewigt. Das Motiv vom Wall ist Teil des neuen Bildbandes.

Von Ruth Matthes

Herford (WB). Der Sprayer Sponk sorgt seit drei Jahren im Auftrag des Vereins Rad und Tat dafür, dass aus tristen Stromkästen Kunstwerke werden. Fotograf Jürgen Escher hat die Graffiti nun in einem Bildband verewigt.

Gemeinsam mit Erhard Krull, Initiator des Vereins, hat er das 100-seitige Buch herausgebracht, dessen Verkaufserlös dem Verein zu Gute kommen soll. Rad und Tat kümmert sich unter anderem um Flüchtlinge und alte Menschen, unterstützt medizinische Hilfsprojekte in Tansania und organisiert Kinoabende.

Die Idee für das Graffiti-Projekt kam Krull, als er bei Auslandsaufenthalten bunt bemalte Fassaden, Stromkästen und Garagen sah. In seiner Heimat gelang es ihm dann, mithilfe eines von Westfalen-Weser-Energie (WWE) ausgelobten Preises die Idee in die Realität umzusetzen. Der Gelsenkirchener Sponk hat mit seinem Assistenten Julian mittlerweile 18 Kästen mit Natur- und historischen Motiven gestaltet. Unterstützt wurde er dabei von JVA-Häftlingen und Flüchtlingen, die die Kästen säuberten und grundierten.

Erstaunliche Feinarbeit

Escher hat Sponk und seine Helfer bei der Arbeit fotografiert und die Ergebnisse so in Szene gesetzt, dass wieder neue fotografische Kunstwerke entstanden sind. »Ich habe die Kästen in ihrer Umgebung fotografiert und dann mithilfe der Technik den Hintergrund schwarz-weiß gesetzt, so dass die Graffiti besonders gut zur Geltung kommen«, erklärt Escher. Um Bewegung in die Szene zu bekommen, ließ er Passanten unscharf durchs Bild laufen.

Die erstaunliche Feinarbeit des Sprayers dokumentieren Nahaufnahmen, die einzelne Motive der Arbeiten herausheben. Da sind zum Beispiel die Federn der Meise, die Sponk auf den Stromkasten an der Radewiger Straße gesprayt hat oder die Blätter in der Bäckerstraße.

Historische Motive

Neben dem Vorwort von Erhard Krull gibt es auch einen Text von Kreisarchivar Dieter Begemann, der sich zu den historischen Motiven äußert, die in letzter Zeit hinzugekommen sind, wie die des Widerstandskämpfers Heiko Ploeger und seiner Frau Henny an der Brüderstraße. »Ich würde diese Motive gerne weiterführen«, erklärte Krull, »als so eine Art Stolpersteine in Graffiti-Form.«

Möglich wurde das Buch durch die Unterstützung von WWE und der BKK HMR. Erhältlich ist es im Schuhhaus Tscheche und telefonisch unter 0175/1411290 (Krull). 8 der 15 Euro gehen an den Verein.

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