Do., 02.08.2018

Fotokünstler stellt ab Samstag im Pöppelmann-Haus aus Christian Höhn: Fasziniert von Megastädten

Christian Höhn vor dem Grand Central Terminal in New York: Zwei seiner Fotoarbeiten im Pöppelmann-Haus zeigen auch Bahnhöfe. Die Ausstellung wird am Samstag im Beisein des Künstlers eröffnet. Sie ist bis zum 4. November zu sehen.

Christian Höhn vor dem Grand Central Terminal in New York: Zwei seiner Fotoarbeiten im Pöppelmann-Haus zeigen auch Bahnhöfe. Die Ausstellung wird am Samstag im Beisein des Künstlers eröffnet. Sie ist bis zum 4. November zu sehen. Foto: Hartmut Horstmann

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Große Städte in großen Formaten: In seiner neuen Ausstellung zeigt der Herforder Kunstverein Arbeiten des Nürnberger Fotografen Christian Höhn. Die Präsentation im Pöppelmann-Haus wird am Samstag eröffnet.

Häuser, soweit das Auge reicht: Der Fotokünstler Höhn begeistert sich in seinen Arbeiten seit fast 20 Jahren für die so genannten Megacities. Hierbei handle es sich um Städte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern, erläutert er. Vor allem in China gebe es viele Städte dieser Größenordnung.

Wer auf die leuchtenden Bilder mit den gewaltigen Steinschluchten schaut, erahnt, was den Fotografen an dieser Mega-Urbanität fasziniert. »Es ist die Verdichtung von Architektur«, sagt Christian Höhn, der seine fotografische Großstadt-Tour im Jahr 2001 in New York begonnen hat.

Dabei wird schnell klar, dass Urbanität nicht Urbanität ist. Eine Stadt wie Tokyo zum Beispiel: Diese bestehe eben nicht nur aus den bekannten Wolkenkratzern, sondern auch aus vielen kleinen Häusern: »Doch auch diese sind in einer Verdichtung anzutreffen, wie ich sie sonst noch nie gesehen habe.«

Megacities sind erst ein paar Jahrzehnte alt

Viele Unterschieden ergeben sich aus der Geschichte. Eine Stadt wie Shanghai sei gewachsen, andere chinesische Megacities sind erst ein paar Jahrzehnte alt.

Bis zu 80 dieser Städte hat Christian Höhn bereits fotografiert. Mit großem Respekt nähert er sich seinem Objekt, indem er sich ausgiebig über die Geschichte informiert, denn er braucht einen Zugang. Hinzu kommen die Vorauswahl möglicher Motive und das Knüpfen von Kontakten – wenn es zum Beispiel darum geht, von einem bestimmten Punkt aus zu fotografieren.

»Finale Entscheidung fällt erst in der Stadt«

Und doch – so intensiv sich der Fotograf auch vorbereitet: »Die finale Entscheidung fällt meist erst in der Stadt.« Dabei macht es das Wesen eines Fotokünstlers aus, dass er nicht nach einem New-York-Trip mit Hunderten an Bildern aufwartet, sondern auch hier auf Verdichtung, auf Konzentration setzt. Maximal drei Fotos werden freigegeben, sie erscheinen in einer Auflage von fünf oder sechs Abzügen.

18 Arbeiten zeigt Christian Höhn, darunter 13 mit Motiven von Megacities. »Seit Jahren haben wir endlich mal wieder eine Foto-Ausstellung«, sagt Kunstvereins-Vorsitzende Sarah Heitkemper. Der Kontakt zwischen Kunstverein und Künstler war über Heiner Meyer zustande gekommen – jenen Bielefelder Maler, der in der noch jungen Heitkemper-Ära ebenfalls bereits im Pöppelmann-Haus ausgestellt hat. Für die Vorsitzende ist die Empfehlung eine Bestätigung, dass beim Kunstverein gute Arbeit geleistet wird.

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