Investor kauft Lebenshilfe-Grundstück in Herford und will Wohnungen bauen
Neue Pläne für Ilsemann-Ruine

Herford (WB). Es ist seit langem ein Schandfleck in der City: die Ilsemann-Ruine in der Rennstraße. Doch nun könnte Bewegung in die Sache kommen. Ein Investor hat das Grundstück von der Lebenshilfe gekauft. Manuel N. Ersay will für bis zu vier Millionen Euro neu bauen.

Dienstag, 07.08.2018, 09:58 Uhr aktualisiert: 07.08.2018, 10:00 Uhr
Ein Bauzaun schützt an manchen Stellen die abbruchreife, ehemalige Fotodrogerie Ilsemann. Die Immobilie in der Rennstraße steht seit vielen Jahren leer. Lebenshilfe-Pläne waren gescheitert. Jetzt will ein Investor abreißen und neu bauen. Foto: Moritz Winde
Ein Bauzaun schützt an manchen Stellen die abbruchreife, ehemalige Fotodrogerie Ilsemann. Die Immobilie in der Rennstraße steht seit vielen Jahren leer. Lebenshilfe-Pläne waren gescheitert. Jetzt will ein Investor abreißen und neu bauen. Foto: Moritz Winde

Schlüsselübergabe Anfang 2019

»Die Lage ist gut, die Ausrichtung auch. Noch ist nichts konkret, ich gehe aber davon aus, dass hier Eigentumswohnungen oder eine Anlage für Betreutes Wohnen entstehen. Zudem ist eine Tiefgarage angedacht«, sagt der Chef der Bielefelder Schiller-Projekte GmbH, der vor kurzem auch das alt ehrwürdige Hotel Königshof in Bad Oeynhausen erworben hat.

Investor Manuel N. Ersay aus Bielefeld.

Investor Manuel N. Ersay aus Bielefeld. Foto: Claus Brand

Ersay betont, er wolle das Projekt in Herford lediglich realisieren. Anschließend soll wieder verkauft werden. Mit der von seiner Familie betriebenen Architektenfirma Arealplanung GmbH fließt das entsprechende Know-how zur Umsetzung ein.

Bis die völlig marode, teilweise von einem Bauzaun geschützte Immobilie im Herzen der Innenstadt dem Erdboden gleich gemacht wird, müssen sich die Herforder noch etwas gedulden. Ersay skizziert den Zeitplan: »Schlüsselübergabe ist Anfang nächsten Jahres. Im Sommer könnte dann der Abriss erfolgen.«

Immer wieder Beschwerden

Das heißt: Vor Ende 2019 ist nicht mit dem ersten Spatenstich zu rechnen. Wichtig sei ihm, dass das Haus so schnell wie möglich abgerissen werde, sagt der 42-Jährige. Von einer leer stehenden Immobilie könne immer ein Risiko ausgehen. In der Vergangenheit hatten sich bereits häufiger Anwohner und Passanten über Ratten, Müll und den abbruchreifen Zustand im Allgemeinen beschwert.

Die Herforder Lebenshilfe dürfte erleichtert sein, das Gebäude endlich los zu sein. Der Verein, der sich um die Betreuung von Menschen mit Behinderungen kümmert, hatte die ehemalige Fotodrogerie 2012 erworben.

Wie mehrfach berichtet, sollte dort ein so genanntes »Lebenshilfe-Center« mit Beratungsstelle, Freizeit- und Bildungsmöglichkeiten, bedarfsgerechten Appartements sowie stationären Wohnplätzen entstehen. Doch aus verschiedenen Gründen scheiterten die Pläne . Seit Anfang 2017 suchte man einen Käufer. Der wurde jetzt gefunden. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Bärbel Zuhl, Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe, sagt: »Wir ziehen nun einen Schlussstrich unter das gescheiterte Bauprojekt und wünschen Herrn Ersay für die Planung und Durchführung seines Vorhabens alles Gute und viel Erfolg. Wir hoffen, dass die Herforder sich bald an einem schönen Neubau in der Rennstraße erfreuen können.«

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