Di., 04.09.2018

RGH-Schüler müssen auf Ergebnisse ihres Projekts wohl bis zum nächsten Sturm warten – mit Video Wetterballon-Sonde bleibt in Pappel hängen

13 Schüler des Ravensberger Gymnasiums haben am Samstag einen Wetterballon in die Stratosphäre geschickt. Zwei Kameras machten während des Aufstiegs in eine Höhe von 33 Kilometern Fotos. Auf die Bilder müssen die jungen Forscher aber warten: Nachdem der Ballon geplatzt war, stürzte die Sonde zwar zur Erde, blieb aber nahe Lippstadt in einer hohen Pappel hängen.

13 Schüler des Ravensberger Gymnasiums haben am Samstag einen Wetterballon in die Stratosphäre geschickt. Zwei Kameras machten während des Aufstiegs in eine Höhe von 33 Kilometern Fotos. Auf die Bilder müssen die jungen Forscher aber warten: Nachdem der Ballon geplatzt war, stürzte die Sonde zwar zur Erde, blieb aber nahe Lippstadt in einer hohen Pappel hängen. Foto: Sophie Hoffmeier

Von Sophie Hoffmeier

Herford (WB). Innerhalb weniger Sekunden ist der Wetterballon am Himmel verschwunden. Schüler des Ravensberger Gymnasiums haben ihn am Samstag auf seine Reise in die Stratosphäre geschickt. Mit Erfolg. Nur die dazugehörige Sonde konnte bisher nicht geborgen werden.

»Das hatten wir in sechs Jahren und bei weit über 100 Flügen nicht«, berichtet Tobias Lohf von der Blomberger Firma Strato­flights: »Erstmals konnten wir die Sonde nach der Landung vorerst nicht bergen.« Der Grund: Sie steckt aktuell in einer knapp 40 Meter hohen Pappel in der Nähe von Lippstadt fest.

»Um dort hinzukommen mussten wir einen mühseligen zweistündigen Fußweg zurücklegen. Der Landeort ist sehr abgelegen und unsere Teleskopstangen reichen nur auf eine Höhe von 16 Metern«, erzählt Lohf. Nun hofft das Team, die Sonde nach dem nächsten Sturm einsammeln zu können.

Ballon steigt in eine Höhe von etwa 33 Kilometern

Die Schüler jedenfalls würden sich freuen, ihre Ergebnisse in den Händen halten zu können. Immerhin hat die Sonde unvorstellbare Höhen erreicht und dabei alle zwei Sekunden Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Höhe gemessen.

»Schätzungsweise 33 Kilometer müsste der Ballon aufgestiegen sein«, sagt Lohf. Zum Vergleich: Ein normales Verkehrsflugzeug erreicht eine Höhe von zehn bis zwölf Kilometern. Extremsportler Felix Baumgartner war 2012 bei seinem Sprung aus der Stratosphäre etwa 39 Kilometer über der Erde.

Mit einem Tempo von fünf Metern pro Sekunde ist der Wetterballon am Samstagmorgen von der Tartanbahn des Ravensberger Gymnasiums gestartet – befüllt mit 5000 Litern Helium. Bei seinem Aufstieg in die Stratosphäre dehnte sich dessen Volumen aufgrund der Kälte von bis zu Minus 50 Grad auf das Zwei- bis Dreifache aus.

Etwa 70 Kilometer vom Startplatz entfernt, platzte der Ballon schließlich über Lippstadt. Beim Sturz zurück auf die Erde beschleunigte sich die Sonde anfangs auf gut 200 Stundenkilometer, ehe ein Fallschirm den Sturz bremste.

Experiment der Schüler ist mit an Bord

Mit zwei intensiven Projekttagen hatten sich die Schüler auf den Start der Sonde vorbereitet. Finanziert wurde das Projekt vom Verein Experimint. »Wir wollen den Schülern durch interessante Anwendungsmöglichkeiten zeigen, was sie mit ihren Fähigkeiten erreichen können«, erklärt Projektleiterin Natalie Schneider.

Jeder der 13 Schüler aus den Jahrgangsstufen acht bis zwölf konnte seine Stärken bei den Vorbereitungen einbringen. So hatte der 15-jährige Justin Bieber aufgrund seiner Amateurfunklizenz einen Sender in der Drohne angebracht, die eine Liveposition übermitteln sollte. Dieser fand seinen Platz in der Styropor-Konsole neben zwei Kameras und einem Datensammelgerät.

Mit an Bord war auch ein eigenes Experiment der Schüler, bei dem sie testen wollten, wie sich die Flughöhe auf die Flüssigkeiten Wasser, Spiritus und Öl sowie auf Gartenkresse auswirkt. Insgesamt kamen die Schüler am Ende auf 1800 Gramm Nutzlast.

Trotz der bisher ausbleibenden Resultate ihres Experimentes, ziehen die Schüler ein positives Fazit: »Es war sehr spannend, dieses Projekt im Team zu erarbeiten«, erzählt Julia Schmidt. Carla von Monkiewitsch ergänzt: »Wir haben viel gelernt und sehr praktisch gearbeitet. Das hat Spaß gemacht.«

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