Do., 11.10.2018

Pop-Ikonen zieren Fassade der Rockakademie in Herford – mit Video Auge in Auge mit Tupac

Links Tupac Shakur, rechts Jim Morrison – und in der Mitte Florentine Steffen.

Links Tupac Shakur, rechts Jim Morrison – und in der Mitte Florentine Steffen. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Nicht nur das Marta, auch die Rockakademie hat jetzt einen Tupac: Ein XXL-Portrait des Rappers prangt seit dieser Woche auf der Fassade – in einer Reihe mit Pop-Ikonen wie Michael Jackson, David Bowie und Marylin Monroe.

Zum Schluss kommt Amy Winehouse

»Jetzt fehlt nur noch Amy Winehouse«, sagt Florentine Steffen und blickt auf die einzig freie Stelle der Außenwand im Erdgeschoss. Wichtig bei der Auswahl seien zwei Dinge gewesen: »Sie müssen ein echter Knaller sein – und sie müssen tot sein.«

Mit dem Konterfei der britischen Sängerin, die 2011 an einer Alkoholvergiftung gestorben ist, will die Herforderin ihr überdimensioniertes Werk in den nächsten Tagen vollenden.

Ganz schön bunt: 13 Künstler sind inzwischen auf der Fassade der Rockakademie zu sehen. Möglich wurde dieses Projekt durch eine Spende der Sparkasse. Foto: Winde

Mehr als ein Jahr hat die 20-Jährige an der Gestaltung des markanten Gebäudes an der Elverdisser Straße gearbeitet. Der Großteil der Bilder stammt aus ihrer Hand.

In farbverschmierter Schürze und mit Pinsel zwischen den Fingern – die langen Haare hat sie praktischerweise nach oben gebunden –, steht die junge Frau auf einer Leiter und verpasst Tupac die letzten Kinn-Konturen.

Per Beamer großformatig auf die Wand projiziert

Mit einem Beamer wurde das Gesicht des US-amerikanischen Musikers zuvor auf den doch recht verbrauchten Putz projiziert – zwei Meter hoch, ein Meter breit. »Dann habe ich meiner Kreativität freien Lauf gelassen«, sagt Florentine Steffen.

Original und Kopie: Auch Akademie-Geschäftsführer Carlo Dewe wurde auf der Wand verewigt – obwohl er weder Pop-Ikone noch tot ist. »Es war ein großer Wunsch von mir.« Foto: Winde

Ob mit Acrylfarben oder Spraydose, mit feinem Quast oder grober Rolle: Um den Legenden Leben einzuhauchen, war alles erlaubt. Sie habe sich nicht selbst in ein künstlerisches Korsett zwängen wollen, sagt sie.

Angefangen hat alles im Sommer 2017. Beatles-Frontmann John Lennon und seine Ehefrau Yoko Ono gehörten zu den ersten. »Damals war ich natürlich noch ziemlich nervös. Mit jedem Portrait bin ich aber sicherer geworden.«

Die 20-Jährige kommt zwar aus einer Künstlerfamilie, ist aber keine Profi-Malerin. Noch sei es lediglich Hobby. Ob mehr daraus wird? »Mal sehen. Jetzt will ich erst einmal ein Jahr auf Reisen gehen«, sagt sie. Gerade hat sie auf der Waldorfschule in Schildesche ihr Abitur bestanden.

Rockakademie-Chef ist begeistert

Für Rockakademie-Geschäftsführer Carlo Dewe geht mit der Gebäude-Gestaltung ein Traum in Erfüllung. »Ich habe lange dafür gekämpft. Toll, dass es geklappt hat. So kann uns jetzt jeder auf Anhieb finden.«

Auch 99 Prozent der Leute seien begeistert. Nur vereinzelt gebe es negative Kommentare einiger Miesmacher.

Eine Frage bleibt: Was hat Carlo Dewe auf der Fassade zu suchen? »Ich hoffe, dass ich selbst irgendwann mal eine Pop-Ikone bin – zumindest in Herford«, sagt der Chef der Kakadu-Combo.

 

 

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