Do., 11.10.2018

Logistik wird nach Polen verlagert – Herforder Modekonzern spürt Abkehr vom Anzug Ahlers vor Millionenverlust

Die Vorstandsvorsitzende Dr. Stella A. Ahlers.

Die Vorstandsvorsitzende Dr. Stella A. Ahlers. Foto: Oliver Schwabe

Von Oliver Horst

Herford (WB). Der Herforder Modekonzern Ahlers kämpft nicht nur gegen Umsatzrückgänge und wegbrechende Gewinne. Den Herfordern mit Premiummarken wie Baldessarini und Pierre Cardin macht auch ein Bekleidungstrend zu schaffen, der »Casualisierung« genannt wird.

Gemeint ist damit die verstärkte Abkehr von klassischen Business-Looks mit Anzug und Krawatte hin zu sportlicheren, legereren Outfits mit Jeans. Zudem hat das Ahlers-Geschäft im Sommer unter der Hitze gelitten – wie in der gesamten Modebranche.

Umsätze sinken um um 8,3 Prozent

Infolgedessen sanken im dritten Geschäftsquartal von Juni bis 31. August die Umsätze zum Vorjahr um 8,3 Prozent auf 57,2 Millionen Euro. Der Gewinn knickte im Dreimonatszeitraum von 3,2 auf 0,6 Millionen ein. Für das Gesamtjahr wird – auch wegen einmaliger Restrukturierungskosten – unterm Strich ein Millionenverlust erwartet und, wie zuletzt angedeutet, wohl keine Dividende gezahlt.

Schon das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll ohne die Einmalkosten von fünf Millionen Euro vor allem für den Mitte September verkündeten Abbau von 130 Stellen und die Aufgabe der Marke Jupiter leicht negativ sein. Im Vorjahr lag das Ebit noch bei plus 3,5 Millionen Euro.

Nach neun Monaten steht bei 168 Millionen Euro Umsatz ein operativer Gewinn von 2,8 Millionen Euro. Im Schlussquartal wird demnach ein höherer Millionenverlust erwartet. Mit einer nachhaltigen Ergebnisverbesserung rechnet Vorstandschefin Dr. Stella A. Ahlers ab 2020.

Erste Kündigungen bereits ausgesprochen

Dazu soll neben geringeren Personalkosten durch die Reduzierung der Zahl der bislang konzernweit 2150 Beschäftigten auch die Verlagerung von Teilen der auch am Stammsitz Herford ansässigen Logistik nach Polen Mitte 2019 beitragen. 80 der 130 Stellen sollen in Herford wegfallen. Die ersten Kündigungen wurden schon ausgesprochen.

Auf der Umsatzseite soll eine stärkere Konzentration auf das Geschäft mit Großkunden vor allem auch im Onlinehandel Impulse bringen. Hier will Ahlers zunehmend auf Multimarkenanbieter setzen. Die Bandbreite reicht dabei von Onlinehändlern wie Zalando, Otto und Amazon bis zu Fachhändlern mit starker Internetpräsenz wie Breuninger, Engelhorn und Peek & Cloppenburg.

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