Sa., 10.11.2018

Wasserrohrbruch unter der Aa in Herford – tausende Haushalte betroffen – mit Video Auf dem Trockenen

An der Braker Straße in Elverdissen wird an der Wasserleitung gearbeitet.

An der Braker Straße in Elverdissen wird an der Wasserleitung gearbeitet. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Ungünstiger hätte die Stelle nicht sein können: Ausgerechnet unter der Aa ist am Freitagmorgen eine Hauptwasserleitung geplatzt. In tausenden Haushalten in Stedefreund, Elverdissen und Diebrock kam es zu Druckschwankungen, einige saßen sogar komplett auf dem Trockenen.

Katzenwäsche am Morgen

Zu ihnen zählte Karl-Heinz Zipser. Er wohnt mit seiner Frau auf einem alten Hof an der Braker Straße, nur einen Steinwurf vom unterirdischen Leck entfernt. Als der 66-Jährige nach dem Aufstehen den Hahn im Badezimmer aufdrehte, traute er seinen Augen nicht: »Da kam tatsächlich nichts.«

Stadtwerke-Azubi Leon Egelkamp erklärt Anwohner Karl-Heinz Zipser das Problem. Foto: Moritz Winde

Auf die obligatorische Dusche musste das Ehepaar verzichten. Stattdessen gab’s lediglich eine Katzenwäsche. »Zum Glück war noch etwas lauwarmes Wasser in der Wärmflasche von der Nacht«, sagt Irmgard Zipser.

Für den Morgenkaffee wurde Mineralwasser genutzt, als Toilettenspülung musste Brunnenwasser ausreichen. »Man kommt schon irgendwie klar, aber komfortabel ist es nicht«, findet der Rentner.

Erste Beschwerden gegen 7 Uhr

Gegen 7 Uhr gingen die ersten Kundenanrufe aus dem Herforder Süden bei den Stadtwerken ein. »Unsere Monteure haben sich sofort auf den Weg gemacht«, sagt der stellvertretende Marketingleiter Uwe Lück.

Die Lokalisierung des Schadens war allerdings knifflig, weil das Rohr unter der Aa gebrochen und damit nicht auf Anhieb sichtbar war. Das Trinkwasser sprudelte in den Fluss. Lück: »Wir konnten es dann aber doch recht schnell finden, weil es in der Aa heftig blubberte.«

Die betroffene Leitung – sie befindet sich in der Dehnkenbrede, einer Stichstraße gegenüber dem Stedefreunder Krug – wurde gesperrt. Stadtwerke-Mitarbeiter informierten diejenigen an ihren Haustüren, die ganz und gar von der Versorgung abgeschnitten waren.

Kaputte Leitung aus den 70er Jahren

Uwe Lück ist stellvertretender Marketingleiter der Herforder Stadtwerke. Foto: Winde

Das Unternehmen teilte am Freitagmittag mit, man versuche die Wasserversorgung aufrecht zu erhalten. »Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass in einigen Bereichen nur wenig Wasser zur Verfügung steht.« Offenbar konnten die übrigen Leitungen die nachgefragten Kapazitäten nicht liefern.

Die geborstene PVC-Leitung wurde in den 70er Jahren verbaut, ist also bereits seit fast 50 Jahren in Betrieb. Eine Ermüdung des Materials ist nach so langer Zeit nicht ungewöhnlich.

Bis zum Abend sollte der Schaden behoben worden sein – allerdings zunächst nur provisorisch. Das defekte Rohr unter der Aa soll in der kommenden Woche durch ein neues ersetzt werden. Dann wird sich auch zeigen, wie kaputt die Leitung tatsächlich ist.

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