Mo., 12.11.2018

Schiller: Risse in den Wänden Vorübergehend keine Konzerte

Am Gebäudeteil, der an das Brückenbauwerk angrenzt, haben sich an einigen Stellen Risse gebildet.

Am Gebäudeteil, der an das Brückenbauwerk angrenzt, haben sich an einigen Stellen Risse gebildet. Foto: Peter Schelberg

Herford (WB/tis/man/pjs). Weil aus Sicht des Vereins Musik Kontor die Sicherheit der Besucher nicht gewährleistet war, fand das Konzert der Musikerin Laila Biali am Samstag nur im vorderen Teil des Lokals Schiller statt. Denn in den Wänden zeigten sich Risse. Die Stadt indes hatte keine Bedenken.

Gastronomiebetrieb geht weiter

Für die kommenden Konzerte, die schon gebucht sind, will sich der Veranstalter nach neuen Orten umsehen. Dies sei die Entscheidung des Vereins, betont Vorsitzender Thomas Hagen. Nicht betroffen davon sei der normale Gastronomiebetrieb im Schiller. Dieser gehe weiter.

Als Grund für den vorübergehenden Rückzug nennt der Verein deutlich sichtbare Risse in den Außenwänden sowie eine Absackung des Gebäudes um vermutlich mehrere Zentimeter. Die Ursache hierfür liegen laut Musik Kontor in den Arbeiten im Zusammenhang mit der Schillerbrücke. »Die Risse sind uns in der vergangenen Woche aufgefallen«, erklärt Thomas Hagen, Auf Nachfrage bei der Stadt habe diese das Gebäude trotz der Schäden für die Veranstaltung freigegeben: »Wir haben aber beschlossen, einen externen Statiker hinzuzuziehen.«

Konzerte an anderen Orten

Der Experte habe sich das Gebäude angesehen und dringend von der weiteren Nutzung des hinteren Gebäudeteils, der unmittelbar an die Baustelle grenze, abgeraten, so Hagen weiter: »Die Sicherheit der Besucher konnte nicht mehr gewährleistet werden.« Aus Sicht der externen Fachmeinung seien unsachgemäße Bauarbeiten an der Brücke für die Schäden verantwortlich.

Um das Konzert nicht ausfallen zu lassen, wurde der hintere Bereich abgesperrt. Obwohl der Raum so kleiner wurde, konnten alle Besucher, die bereits eine Karte hatten, den Auftritt verfolgen.

Weitere Konzerte sollen nun an andere Orte verlegt werden – so das Konzert von Seven am Donnerstag, 15. November, in den High Club. Da dort mehr Plätze als im Schiller vorhanden sind, kommen laut Thomas Hagen heute weitere Karten in den Handel.

Donnerstag im High Club

Dies könnte auch für die folgenden Konzerte bis Mitte Januar gelten, für die der Vorverkauf bereits läuft. Die Möglichkeit mit dem High Club habe sich kurzfristig ergeben, sagt Thomas Hagen: »Am Donnerstag wollen wir das jetzt erstmal testen.« Eine andere – bereits erprobte – Option stellt das Marta-Forum dar. Auch hier stehen mehr Plätze zur Verfügung. Während das Schiller auf 200 Besucher ausgelegt ist, sind es im Marta 400. Welcher Ort für welches Konzert – darüber wird jetzt beraten. Für den Vereinsvorsitzenden ist klar, dass ein Verkauf zusätzlicher Karten wirtschaftlich Sinn macht: »Uns entstehen jetzt erheblich höhere Kosten.«

Für das Musik Kontor ist es die zweite Hiobsbotschaft in kurzer Zeit. Im Zusammenhang mit einem Eigentümerwechsel war erst unklar, ob der Verein das Schiller weiter nutzen könne. Die Bedenken wurden ausgeräumt – jetzt steht die Spielstätte aus Sicht des Vereins zumindest vorübergehend erneut auf dem Prüfstand.

Dr. Böhm wundert sich

Verwundert über die Entscheidung zeigte sich gestern Baudezernent Dr. Peter Böhm. Wegen der Risse im Gebäude habe die Stadt die Lage vor Ort am Freitag nochmals überprüfen lassen: »Eine akute Gefahr gab es nicht. Deshalb hat der von der Stadt beauftragte Gutachter mitgeteilt, dass die Veranstaltung stattfinden kann.« Am Donnerstagabend war Böhm zuletzt auf der Baustelle. Die Abgrabung am Gebäude sei am Freitag teilweise wieder verfüllt worden. Vor weiteren Ausschachtungsarbeiten für die Brückenfundamente sollen nun zusätzliche Halterungen angebracht werden – »möglicherweise mit Bohrpfählen oder Metallstützen«.

Die Stadt sei mit dem Eigentümer im Gespräch, ein Gutachterbüro begleite die Baumaßnahme. Wenn der Musik-Kontor-Vorstand – ungeachtet der Konzertfreigabe durch die Stadt – Teile des Schiller für die Veranstaltung habe sperren lassen, dann sei dies »dessen Entscheidung«, so Böhm.

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