Mi., 14.11.2018

Küchenmöbelhersteller stellt bei Betriebsversammlung Sparpaket vor Personalabbau bei Poggenpohl

Dunklere Wolken am Poggenpohl-Himmel: Auf einer Betriebsversammlung wurde den Mitarbeitern ein umfangreiches Sparpaket präsentiert. Dabei war auch von Personalabbau die Rede. Bis zu 70 Mitarbeiter könnten davon betroffen sein.

Dunklere Wolken am Poggenpohl-Himmel: Auf einer Betriebsversammlung wurde den Mitarbeitern ein umfangreiches Sparpaket präsentiert. Dabei war auch von Personalabbau die Rede. Bis zu 70 Mitarbeiter könnten davon betroffen sein. Foto: Moritz Winde

Von Ralf Meistes

Herford (WB). Beim Herforder Küchenmöbelhersteller soll es zu erheblichem Stellenabbau kommen. Betroffen sein könnte jeder Fünfte der derzeit noch 344 Mitarbeiter am Standort Herford. Während Geschäftsführer Gernot Mang gestern keine Zahlen nennen wollte, bestätigte Betriebsratsvorsitzender Andreas Ott auf Anfrage: »Es war von einigen Dutzend Stellen die Rede.«

Bei einer Betriebsversammlung erhielt die Poggenpohl-Belegschaft gestern die Nachricht. Bis zu 70 Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung könnten von der Stellenstreichung betroffen sein. Darüber hinaus, auch das bestätigte Ott, sei von der Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld die Rede gewesen. Darüber hinaus solle die Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden angehoben werden – ohne Lohnausgleich.

Seit August Kurzarbeit

Seit August machen die Poggenpohl-Mitarbeiter allerdings Kurzarbeit. Derzeit wird ein Tag in der Woche weniger gearbeitet. Begründet wurde die Kurzarbeit mit der schwachen Auftragslage. Vor allem der für Poggenpohl so wichtige Markt USA, aber auch Asien seien »belastet«, hieß es noch vor fünf Wochen. Doch die Maßnahme, die auch in der Vergangenheit häufiger ergriffen wurde, zeigt dieses Mal offenbar nicht den erhofften Erfolg.

»Die Mitarbeiter waren geschockt, als sie von den Plänen der Geschäftsführung erfuhren«, sagte Betriebsratsvorsitzender Andreas Ott. Noch im vergangenen Monate hatte es geheißen, die Lage sei nicht besorgniserregend. Das sähen etliche Mitarbeiter nun anders.

Weitere Gespräche am Freitag

Zumal es weitere Vorschläge gibt, um Kosten zu sparen. So sollen tarifliche Lohnerhöhungen ausgesetzt werden. Auch über Gleitzeit in der Produktion sei gesprochen worden. Am kommenden Freitag will sich Geschäftsführer Gernot Mang (50) mit dem Betriebsrat wieder an einen Tisch setzen, um zu verhandeln. »Vielleicht kann ich öffentlich dann schon mehr sagen«, erklärte Mang, der seit Juni Poggenpohl-Geschäftsführer ist.

Weltweit mehr als 500 Mitarbeiter

Der Luxusküchenhersteller beschäftigt weltweit mehr als 500 Mitarbeiter. Die Münchener Adcuram Group AG hatte Poggenpohl im Jahr 2017 vom schwedischen Nobia-Konzern übernommen. Im vergangenen Jahr feierte Poggenpohl sein 125-jähriges Bestehen.

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