Fr., 07.12.2018

Betriebsrat stimmt 52 Kündigungen zu – 274 Mitarbeiter bleiben Poggenpohl will überleben

Poggenpohl, Hersteller von Luxusküchen, kündigt 52 Mitarbeitern.

Poggenpohl, Hersteller von Luxusküchen, kündigt 52 Mitarbeitern. Foto: Winde

Von Bärbel Hillebrenner

Herford (WB). Um das Unternehmen für die nächsten 20 Jahre zu sichern und dadurch auch einen Großteil der Arbeitsplätze zu erhalten, hat der Betriebsrat des Luxusküchenherstellers Poggenpohl einen Vorschlag für 52 Kündigungen angenommen. 18 zusätzliche Stellen fallen weg durch Nichtverlängerung befristeter Arbeitsverträge und Vorruhestandsregelungen. Poggenpohl hat derzeit noch 344 Mitarbeiter.

»Die betroffenen Kollegen kommen aus allen Abteilungen. Wir werden jeden Vorschlag der Geschäftsführung genau prüfen, nicht nach einem Punktesystem, sondern unter Berücksichtigung von sozialen Härtefällen«, sagte Betriebsratsvorsitzender Andreas Ott. Vorgesehen sei eine Abfindung, die sich leicht unter dem üblichen Regelsatz bewegen würde.

Qualität soll garantiert werden

Nach Einsicht in ein Wirtschaftsgutachten aber sei deutlich geworden, dass das Unternehmen massive Verluste und hohe Umsatzrückgänge schreiben würde, insbesondere durch starke Einbrüche im Asien- und Amerika-Export . Ott: »Die Situation ist extrem schwierig. Der Betriebsrat steht jetzt vor einer großen Verantwortung. Aber wir müssen auch an die Sicherung der verbleibenden Arbeitsplätze denken.« Er bestätigte, dass es bereits mehrere Selbstkündigungen gegeben habe.

Mit dem in vierter Runde ausgehandelten Zukunftskonzept könne der Herforder Küchenproduzent die nächsten Jahre überstehen. »Poggenpohl ist ein Markenname, hinter dem Luxusküchen von hochwertiger Qualität stehen. Das wollen wir weiterhin garantieren, weshalb mit den verbleibenden Mitarbeitern diese Produktion auch geschafft werden muss«, so der Betriebsratsvorsitzende. Deshalb bedauere er, dass mit den Kündigungen auch ein hohes Fachwissen und langjährige Erfahrung gehen würden.

Enttäuscht über IG Metall

Enttäuscht zeigte sich Andreas Ott von der mangelnden Unterstützung der IG Metall. Sie habe schon vor der jüngsten Verhandlung die Runde verlassen. Andreas Ott sagte, dass die Gewerkschaft einen anderen Standpunkt vertreten würde und das vorgeschlagene Konzept nicht mittragen wolle. »Wir sind auch deshalb so enttäuscht, weil wir eins von zwei Unternehmen unserer Branche in ganz Ostwestfalen sind, das immer zu 100 Prozent die Tarifverträge umgesetzt hat.«

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