Fr., 14.12.2018

Save Nemo und Schausteller-Familie Berghaus wollen Plastikmüll vermeiden – mit Video Diese Männer trinken lieber ohne Strohhalm

Ralf Kaireit (von links), Lilly Berghaus und Diemo Niemann wollen Strohhalme sparen – der Umwelt zuliebe.

Ralf Kaireit (von links), Lilly Berghaus und Diemo Niemann wollen Strohhalme sparen – der Umwelt zuliebe. Foto: Jan Gruhn

Von Jan Gruhn

Herford (WB). Ein leckerer Kakao mit Rum auf dem Weihnachtsmarkt? Dazu gibt es fast immer einen Strohhalm. Doch das muss nicht sein – finden zumindest der Verein Save Nemo und die Schausteller-Familie Berghaus.

Wer bei Lilly Berghaus (18) auf dem Alten Markt ein heißes Getränk bestellt, der muss seit diesem Jahr extra nach einem Strohhalm fragen. Noch im Vorjahr, so erklärt es Mama Ramona Berghaus, gab’s das kleine Plastikröhrchen selbstverständlich dazu.

Dadurch fiel jede Menge Müll an, auf den die Beschicker-Familie dieses Mal keine Lust mehr hatte. Darum haben sich Berghausens mit Diemo Niemann von Save Nemo in Verbindung gesetzt. Gemeinsam werben sie jetzt für weniger Plastik auf dem Weihnachtslicht.

Hintergrund ist die zunehmende Verschmutzung der Weltmeere durch Mikroplastik, erklärt Niemann. Und davon sei letztendlich auch der Mensch betroffen: So nähmen Fische die Müll-Partikel übers Fressen auf – und landeten dann wieder auf unseren Tellern. Keine besonders appetitliche Vorstellung, findet der Herforder.

Kein Zeigefinger

Ramona Berghaus geht es eigenen Angaben zufolge aber nicht darum, ihren Kunden mit dem erhobenen Zeigefinger zu kommen. »Wir lassen die Leute selbst entscheiden, ob sie einen Strohhalm haben wollen oder nicht.« Doch die Bilanz nach zwei Wochen Weihnachtslicht sei gut. »Ich muss viel weniger nachfüllen. Und die Gäste fragen nach.« Das sei genau das, was Niemann und seine Kollegen von Save Nemo erreichen wollen. »Besser ein kleiner Schritt, als gar keiner«, findet der Aktivist.

Ursprünglich geht es den Mitgliedern von Save Nemo darum, die von Umweltverschmutzung und Tourismus bedrohten Korallenriffe in den Ozeanen – besonders im asiatischen Raum – zu schützen. Niemann ist seit mehr als 30 Jahren leidenschaftlicher Taucher, weiß eigenen Angaben zufolge also um die Schönheit dieser natürlichen Kunstwerke.

Das Problem: Wenn die mit Touristen gefüllten Boote in den Riffen ankern, zerstören sie die Korallengebilde mit ihren Ankern und schweren Ketten, erklärt Niemann. Ralf Kaireit, ebenfalls von Save Nemo, stimmt ihm zu. »Ich war zuletzt vor Sri Lanka tauchen. Dort habe ich die Folgen gesehen. Es war alles tot«, schildert er seine Eindrücke.

Mooring statt Anker

Deshalb versucht man bei Save Nemo, möglichst viele sogenannte »Moorings« zu bauen. Dabei handelt es sich um fest installierte Anlegepunkte für die Boote, die so nicht mehr ihren eigenen Anker werfen müssen.

Doch jetzt geht es ihnen erst mal darum, auch die anderen Weihnachtslicht-Beschicker für ihre Sache zu gewinnen. Laut Diemo Niemann habe es schon vereinzelte Anfragen gegeben. »Am Ende des Weihnachtsmarktes wollen wir auswerten, wie viel Plastik eingespart wurde.« Im besten Fall machen im kommenden Jahr noch mehr Beschicker mit, hoffen Niemann und die Familie Berghaus.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6255701?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F