Mi., 09.01.2019

»Lieblingsmensch« gibt es seit 2017 schon in Gießen Neues Café in Herford: Name geschützt?

Im ehemaligen C&A-Kids-Laden in der Seniorenresidenz am Linnenbauerplatz in Herford soll das Café »Lieblingsmensch« eröffnen

Im ehemaligen C&A-Kids-Laden in der Seniorenresidenz am Linnenbauerplatz in Herford soll das Café »Lieblingsmensch« eröffnen Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). In Kürze soll das Café »Lieblingsmensch« in Herford eröffnen. Über dem Eingang hängt bereits eine Leuchtreklame. Doch nun könnte Ärger drohen: Seit 2017 heißt ein Café in Gießen ebenfalls »Lieblingsmensch«. »Ich habe den Namen schützen lassen«, behauptet dessen Betreiber.

Axel Umut fiel gestern aus allen Wolken, als er vom Herforder »Zwilling« erfuhr. »Ich habe mir die Markenrechte patentieren lassen. Niemand darf die Bezeichnung ›Lieblingsmensch‹ in Zusammenhang mit Gastronomie verwenden«, sagt Axel Umut im Gespräch mit dieser Zeitung.

Doch wie kam es zu dem Namen? »Wir wollten einen Platz schaffen, an dem man seinen Lieblingsmenschen treffen oder Zeit mit ihm verbringen kann«, sagte Axel Umut kurz vor der Eröffnung. Der Begriff ist mittlerweile ein geflügeltes Wort: Die Frankfurter Sängerin Namika landete 2015 mit »Lieblingsmensch« auf Platz eins der deutschen Singles-Charts.

Arbeit an Franchise-Konzept

Blick in das Café »Lieblingsmensch« in Gießen. Foto: privat

Obwohl die mittelhessische Universitätsstadt nicht gerade um die Ecke von Herford liegt und damit eigentlich keine direkte Konkurrenz besteht, pocht der 38-Jährige auf die Einhaltung seiner angeblichen Rechte.

Er fordert die Betreiberin auf, den Namen umgehend zu ändern. Das heißt: Nicht nur das Eingangsschild müsse entfernt werden, sondern auch sämtliche Eintragungen im Internet. Bei Google findet man das Herforder Café »Lieblingsmensch« nämlich bereits mit Adresse und Telefonnummer.

Axel Umut sagt, er sei gerade dabei, ein Franchise-Konzept für sein Café zu entwickeln. »Da geht es natürlich nicht, dass andere den Namen ebenfalls verwenden. Das wäre kontraproduktiv. Es soll ja einen Wiedererkennungswert haben.« Der Gastronom will nicht sofort mit der juristischen Keule kommen. »Ich werde zunächst das Gespräch mit der Frau suchen. Falls sie aber nicht einwilligt, werde ich meinen Anwalt einschalten.«

Café sollte eigentlich anders heißen

Der 38-Jährige geht davon aus, dass die Herforder Café-Betreiberin gar nicht weiß, dass sie gegen Patentrechte verstoßen könnte. »Offenbar hat sie sich im Vorfeld nicht genau informiert. Sonst wäre ihr sicher aufgefallen, dass der Name bereits vergeben ist. Mein Café sollte zunächst eigentlich ›Liebeskind‹ heißen. Doch es stellte sich heraus, dass diese Marke belegt ist. Von ›Liebeskind‹ gibt es zum Beispiel Schokolade und Mode.«

Die Betreiberin des Herforder Cafés hingegen erklärt, sie habe im Vorfeld sehr wohl überprüfen lassen, ob der Name »Lieblingsmensch« rechtlich geschützt sei. »Das liegt allerdings schon einige Zeit zurück. Es kann ja sein, dass sich in der Zwischenzeit etwas geändert hat«, sagt die Bad Salzuflerin. Ursprünglich sollte ihr neues Café unter der Seniorenresidenz »Café del Sol« heißen. Doch diese Marke sei tatsächlich bereits vergeben gewesen – und zwar von einer großen Systemgastronomie-Kette aus Hildesheim.

 

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