Mi., 16.01.2019

Berufungsgericht reduziert Strafe für Herforder Aktivisten Hausfriedensbruch am Atombomben-Bunker

Vor dem Prozess an Landgericht Koblenz: (von links) Marion Küpker (»Gewaltfreie Aktion Atomwaffen abschaffen«), Übersetzerin Allison Powell, der Herforder Aktivist Gerd Büntzly sowie die an der Protestaktion beteiligten Susan Crane und John LaForge.

Vor dem Prozess an Landgericht Koblenz: (von links) Marion Küpker (»Gewaltfreie Aktion Atomwaffen abschaffen«), Übersetzerin Allison Powell, der Herforder Aktivist Gerd Büntzly sowie die an der Protestaktion beteiligten Susan Crane und John LaForge.

Herford/Koblenz (WB/pjs). Das Landgericht Koblenz hat die Berufung des Herforder Friedensaktivisten Gerd Büntzly als unbegründet verworfen.

Der 69-Jährige setzt sich seit Jahren für Abrüstung und ein Verbot von Atomwaffen ein. Nach einer »Go In«-Protestaktion auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel war der Musiker im Januar 2018 vom Amtsgericht Cochem wegen Haus­friedensbruchs und Sachbeschädigung zu 1200 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Im Berufungsverfahren reduzierte das Landgericht die Strafe allerdings auf 750 Euro.

Eine Stunde im Hochsicherheitsbereich

Zusammen mit vier US-Aktivisten hatte Büntzly am 17. Juli 2017 Zäune durchschnitten, um auf den Stützpunkt Büchel zu gelangen. In der Militärbasis in der Eifel sollen bis zu 20 US-Atombomben lagern. Die deutsche Luftwaffe bildet hier im Rahmen der vom NATO-Bündnis vereinbarten »nuklearen Teilhabe« Jagdbomberpiloten für den Einsatz mit der Massenvernichtungswaffe aus.

Bei ihrer Aktion hielten sich die fünf Eindringlinge mehr als eine Stunde auf dem Dach eines Atombomben-Bunkers im Hochsicherheitsbereich auf. Als zwei Teilnehmer herabkletterten und das Wort »Disarm« (Abrüsten) auf das Stahltor schrieben, wurden sie von Bewegungsmeldern erfasst – und von Wachsoldaten in Gewahrsam genommen. Zwei der Bunker-Besetzer aus den USA waren gestern zum Prozess angereist, wurden aber nicht angehört.

US-Atombomben in der Eifel?

Offiziell bestätigt wird die Existenz der Nuklearwaffen weder von der deutschen noch von der amerikanischen Regierung – allerdings: »Es ist ein offenes Geheimnis, dass die letzten 20 US-Atombomben auf deutschem Boden im Fliegerhorst Büchel in der Eifel lagern«, berichtete beispielsweise die Tageszeitung »Trierischer Volksfreund« im August 2017 in einem Beitrag mit der Überschrift »Gerd Büntzly und die Bomben«.

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