Nach 35 Jahren – Schlag ins Hanse-Kontor
Herford gibt Vorsitz im Westfälischen Hansebund ab

Herford (WB). Seit 35 Jahren ist Herford Sitz der Westfälischen Hanse. Bis jetzt. Denn mit einem Schreiben an den Westfälischen Hansebund kündigt Bürgermeister Tim Kähler den Rückzug der Hansestadt Herford aus allen Aktivitäten an.

Mittwoch, 30.01.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 30.01.2019, 11:10 Uhr
2013 hat die Stadt Herford das Hanse-Schild noch hochgehalten. Beim Internationalen Hansetag feierten tausende Herforder auf den Straßen. Mit dem jetzigen Beschluss von Bürgermeister Tim Kähler zeigt Herford zumindest dem Westfälischen Hansebund die kalte Schulter. Foto: Winde
2013 hat die Stadt Herford das Hanse-Schild noch hochgehalten. Beim Internationalen Hansetag feierten tausende Herforder auf den Straßen. Mit dem jetzigen Beschluss von Bürgermeister Tim Kähler zeigt Herford zumindest dem Westfälischen Hansebund die kalte Schulter. Foto: Winde

Heftige Kritik an Vorsitzenden

Begründet wird dieser Schritt im Wesentlichen mit Vorfällen, die sich auf dem jüngsten Westfälischen Hansetag in Haselünne ereignet haben. Vom 7. bis 9. September 2018 fand der Westfälische Hansetag in Haselünne statt. Während dieser Veranstaltung sei die Arbeit der Westfälischen Hanse der vergangenen zwölf Monate kritisiert worden. Kritik habe es vom Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit und der Mitgliederversammlung der Westfälischen Hanse gegeben.

Kommentar

Kurt Schober, Gerhard Klippstein, Thomas Gabriel und Bruno Wollbrink: vier Herforder Bürgermeister, die in den vergangenen 35 Jahren Vorsitzende des Westfälischen Hansebundes waren. Mit Bürgermeister Tim Kähler endet nun diese Tradition. Nach Kritik an der Amtsführung der Geschäftsstelle des Westfälischen Hansebundes hat Herfords amtierender Bürgermeister die über Jahrzehnte gewachsene Städtepartnerschaft mit einem Federstrich für Herford für beendet erklärt. Qua Amt als 1. Vorsitzender des Westfälischen Hansebundes konnte er dies machen. Es stellt sich nur die Frage, wie sinnvoll es ist, Partnerschaften, die über 35 Jahre gewachsen sind, wegen vereinzelter Kritik aufzugeben. Wäre es im Sinne der Hansestadt Herford nicht besser gewesen, hierüber nach Erörterung aller Fakten den Stadtrat entscheiden zu lassen? Ralf Meistes

...

»Es wurde in beiden Sitzungen deutlich gemacht, dass die Städte sich nicht ausreichend vertreten fühlen, was auch in harscher Kritik am 1. Vorsitzenden zum Ausdruck gebracht wurde«, schreibt Herfords Bürgermeister Tim Kähler. Er ist qua Amt Vorsitzender des Westfälischen Hansebundes.

Neue Struktur erforderlich

Nach »reiflicher Überlegung« komme die Hansestadt Herford zu dem Entschluss, dass die Westfälische Hanse sich aus ihrer Mitte eine neue Struktur geben sollte, teilte Kähler nun den übrigen 49 Mitgliedsstädten des Westfälischen Hansebundes mit.

Deshalb trete die Hansestadt Herford von allen Vorstandsämtern zurück. Neben dem Bürgermeister als 1. Vorsitzenden war Herford mit Frank Hölscher als Geschäftsführer des Westfälischen Hansebundes vertreten. Hölscher ist auch Geschäftsführer der Marketinggesellschaft Pro Herford. Doch damit nicht genug: Die Stadt Herford werde auch die Geschäftsstelle der Westfälischen Hanse nicht weiter organisieren und finanzieren. »Die notwendigen Satzungsänderungen«, so Kähler, »sind bereits in Vorbereitung«.

Treffen am 25. Februar

Am 25. Februar findet in Herford die nächste Mitgliederversammlung der Westfälischen Hanse statt. Dann soll über die bevorstehenden Veränderungen diskutiert werden. Kähler regt an, dass sich »die Hansestädte mit großer Hansevergangenheit des Themas annehmen«. Aus deren Mitte heraus soll auch der Sitz für die neue Geschäftsstelle des Westfälischen Hansebundes gefunden werden. Bis zur Umsetzung dieser Vorschläge werde die Hansestadt Herford die Geschäfte kommissarisch weiterführen.

Sitz seit 1983

Herford gehört zu den Gründungsmitgliedern des Städtebundes »Die Hanse der Neuzeit«. Dieser Bund wurde 1980 in Zwolle (Niederlande) gegründet. Drei Jahre später wurde in Herford der Westfälische Hansebund ins Leben gerufen, dem mittlerweile 50 Hansestädte angehören.

 

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