Mi., 06.02.2019

Peter Buszkiewicz-Froese will die Erinnerung wachhalten Mitstreiter für Briten-Museum gesucht

Peter Buszkiewicz-Froese vor dem früheren Naafi-Gelände: Das Areal ist eng mit seiner Kindheit verbunden. Um die Erinnerung an die Briten in Herford wachzuhalten, regt der 45-Jährige ein Museum oder eine Gedenkstätte an.

Peter Buszkiewicz-Froese vor dem früheren Naafi-Gelände: Das Areal ist eng mit seiner Kindheit verbunden. Um die Erinnerung an die Briten in Herford wachzuhalten, regt der 45-Jährige ein Museum oder eine Gedenkstätte an. Foto: Hartmut Horstmann

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Wenn Peter Buszkiewicz-Froese an seine Kindheit denkt, denkt er an die Briten. Denn deren Naafi-Gelände befand sich in der Nähe der Elternwohnung an der Eimterstraße. Mit einem Museum will er die Erinnerung wachhalten.

Peter Buszkiewicz-Froese weiß, dass das Wort Museum ein wenig hochtrabend klingt. Schließlich handelt es sich derzeit lediglich um eine Idee. Zwecks Realisierung bedarf es entsprechender Räumlichkeiten und einer gesicherten Finanzierung – kein allzu leichtes Unterfangen.

Über den Zaun geklettert

Dennoch wendet sich der 45-Jährige bereits jetzt an die Öffentlichkeit: »Ich möchte erst einmal testen, ob es in Herford überhaupt Interesse an einem solchen Museum gibt.« Buszkiewicz-Froese sucht Interessierte, die wie er die Briten-Zeit nicht in Vergessenheit geraten lassen wollen: »Vielleicht gibt es auch ehemalige Soldaten, die in Herford geblieben sind und mithelfen wollen.«

Dabei denkt der 45-Jährige auch an die Möglichkeit einer Vereinsgründung. Ein erster Schritt könnte eine Homepage sein. Auch bei deren Erstellung könne er Hilfe gebrauchen.

Nach einigen Jahren im Norden zog es Peter Buszkiewicz-Froese im Mai 2017 zurück nach Herford. Mit Frau und Kindern bewohnt er ein ehemaliges Offiziershaus an der Glatzer Straße. Die Museumsidee entstand, als er erfuhr, dass sich der Drogeriemarkt Rossmann auf dem früheren Naafi-Gelände ansiedeln will. Sofort sei ihm klar gewesen, dass hier ein Stück Geschichte verschwinde. Dabei habe er nichts gegen die Rossmann-Pläne, betont er. Aber sie waren für ihn der Anstoß zum Nachdenken.

Und zum Erinnern: Zwölf Jahre war der kleine Peter alt, als er mit Freunden im Dunkeln über den Zaun des britischen Versorgungszentrums kletterte. Bemerkt wurden sie nicht, aber die Angst war so groß, dass die jungen Mutigen schnell den Rückzug antraten. Peter Buszkiewicz-Froese hatte viele englische Freunde. Mit ihnen lernte er Billardspielen, mit ihnen rauchte er die erste Zigarette – natürlich eine englische, gekauft im Soldaten-Kaufhaus auf dem Naafi-Gelände.

Kampf gegen Hitler-Deutschland

Doch es sind nicht nur Jugenderinnerungen, die ihn antreiben. In Zeiten wie diesen versteht er ein Briten-Museum auch als Mahnmal gegen den Nationalsozialismus. Denn die Engländer seien die Befreier gewesen. Und so geht es dem Herforder auch darum, die Rolle der Siegermächte im Kampf gegen Hitler-Deutschland herauszustellen.

Ob aus seinem Ansinnen ein Museum entsteht oder eine Art Gedenkstätte, soll die Zukunft zeigen. Peter Buszkiewicz-Froese, der als Rettungssanitäter in Porta Westfalica arbeitet, ist sich sicher: »Wenn genügend Leute mitmachen, wird daraus auch etwas.« So hat er schon Kontakt zur britischen Botschaft aufgenommen. Auch meint er: »Vielleicht gibt es ja Leute, die Fotos haben, Dokumente oder Filme, die sie der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen wollen.« Wer mit Peter Buszkiewicz-Froese zusammenarbeiten will, kann sich per Mail an ihn wenden.

P.Buszkiewicz@web.de

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