Sa., 23.02.2019

Jahresbilanz des Jobcenters: weniger Langzeitarbeitslose – mehr Geld für Förderung 3100 Familien leben von Hartz IV

Etwa 3100 Familien mit minderjährigen Kindern sind im Kreis Herford auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen, die Hälfte der Betroffenen ist alleinerziehend. Sie zu unterstützen, steht in diesem Jahr im Fokus der Bemühungen des Jobcenters.

Etwa 3100 Familien mit minderjährigen Kindern sind im Kreis Herford auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen, die Hälfte der Betroffenen ist alleinerziehend. Sie zu unterstützen, steht in diesem Jahr im Fokus der Bemühungen des Jobcenters. Foto: dpa

Von Bärbel Hillebrenner

Herford (WB). Langzeitarbeitslose, Familien mit minderjährigen Kindern und Jugendliche ohne Job – diese Personengruppen stehen in diesem Jahr besonders im Fokus des Jobcenters. Sie zu unterstützen und in Arbeit zu bringen, ist das Ziel, das auch durch neue Förderprogramme begleitet wird.

Damit will das Jobcenter im Kreis Herford den Erfolgskurs aus 2018 fortsetzen. »Die gute wirtschaftliche Lage hat auch im Jobcenter dazu geführt, dass wir weniger Leistungsempfänger haben«, sagte Geschäftsführer Klaus Binnewitt bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Haushalte um 5,6 Prozent auf 7980 gesunken.

Niedrigster Stand seit 2005

Die Zahl der einzelnen Hartz-IV-Empfänger habe um 4,4 Prozent abgenommen und liege bei 16.210; darunter haben 4547 Menschen auch keinen Job. Aus dieser Gruppe hätten von der positiven Konjunktur am meisten die Langzeitarbeitslosen (-5,3 Prozent/2220) und die unter 25-Jährigen (-4,8 Prozent/414) profitiert. Binnewitt: »Seit der Zusammenführung der Betreuung von Sozialhilfeempfängern und Langzeitarbeitslosen im Jahr 2005 gab es noch nie einen so niedrigen Stand.«

Umgekehrt, so ergänzte Frauke Schwietert, Chefin der Arbeitsagentur, habe die Zahl der Beschäftigten und die der Stellenangebote einen »historischen Höchststand« erreicht. Die Vermittlung der Langzeitarbeitslosen aber sei weiterhin schwierig, weil 60 Prozent von ihnen nur Helfer-Tätigkeiten leisten könnten. Schwietert: »Gesucht werden aber Fachkräfte.«

Zwei Millionen für zwei Projekte

Was bedeutet: Für die Rückführung auf den Arbeitsmarkt werde eine intensive Betreuung , Unterstützung und Qualifizierung benötigt – und das sei kosten- und personalintensiv. Im Jobcenter arbeiten dafür 250 Fachleute, die wiederum gerade in diesem Jahr auf Gesetzesänderungen und damit neue Förderprogramme zurückgreifen können.

Im Rahmen des so genannten Teilhabechancengesetzes bekommt der Kreis Herford zwei Millionen Euro für die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen. Für weitere Projekte hat auch der Kreis 500.000 Euro bereitgestellt. Wie das Geld eingesetzt werden könnte, wird Klaus Binnewitt in einer der nächsten Sitzungen des Sozialausschusses vorstellen.

Familien unterstützen

Besonders im Fokus einer Förderung stehen in diesem Jahr auch Familien mit Kindern, die von der Grundsicherung leben. Von den insgesamt 7980 betreuten Haushalten im Kreis Herford sind 3100 Familien mit 6059 minderjährigen Kindern, in der Hälfte davon leben Alleinerziehende.

Landrat Jürgen Müller sagte: »Kinderarmut darf in Deutschland eigentlich kein Thema sein, deshalb brauchen Familien mit wenig Einkommen unsere Unterstützung. Zusätzlich zu den üblichen Angeboten hinaus müssen Kreis und Kommunen weitere Hilfen anbieten.«

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