Mi., 27.02.2019

Herforder festgenommen – Attacken auf mehrere Beamte – dauerhaft Sicherheitsdienst im Rathaus? Tim Kählers Dienstwagen demoliert

Mit einem Stein wurden die Scheiben von Tim Kählers Wagen auf dessen Privat-Grundstück zerstört.

Mit einem Stein wurden die Scheiben von Tim Kählers Wagen auf dessen Privat-Grundstück zerstört. Foto: privat

Von Moritz Winde

Herford (WB). Der Mann, der in den vergangenen Wochen mehrere städtische Mitarbeiter bedroht und attackiert haben soll, ist offenbar gefasst. Im Fokus der Angriffe und Anfeindungen stand Tim Kähler. Der Bürgermeister will Konsequenzen ziehen.

»Wir prüfen nicht erst nach den jüngsten Ereignissen, einen Sicherheitsdienst dauerhaft im Rathaus zu beschäftigen.«

Die Behörden machen einen 30-jährigen polizeibekannten Herforder für die Straftaten verantwortlich. Nach Informationen dieser Zeitung soll er bereits wegen Körperverletzung verurteilt worden sein. Der Drogenabhängige soll lediglich auf Bewährung auf freiem Fuß sein.

Bürgermeister Tim Kähler gehört zu den Opfern der Angriffe. Foto: Moritz Winde

Am Freitag konnte ihn die Polizei in seiner Wohnung im Bereich der Diebrocker Straße festnehmen. »Ich bin natürlich erleichtert. Die Polizei hat sehr gute Arbeit geleistet. Schließlich war das keine alltägliche Situation – vor allem nicht für meine Familie«, sagte Tim Kähler im Gespräch mit dieser Zeitung.

In sozialen Medien mit Taten geprahlt

Sogar auf das Privat-Grundstück des Stadtoberhaupts soll der Beschuldigte eingedrungen sein und den Dienstwagen demoliert haben. »Er zertrümmerte mit einem Stein die Fenster und demolierte die Türen. Am Auto entstand ein Schaden in Höhe von 7000 Euro.«

Und nicht nur das: Auch Tim Kählers Fahrrad soll der 30-Jährige gestohlen haben. Anschließend brüstete sich der Herforder mit seinen Taten in sozialen Netzwerken.

Da der Mann offenbar geistig verwirrt ist, ordnete ein Richter am Freitag die zwangsweise Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung an.

Dort soll er vor Kurzem schon einmal behandelt worden sein – allerdings auf freiwilliger Basis. »Er hat sich dann selbst entlassen«, sagt Polizeisprecher Uwe Maser. Tim Kähler sagt, er hoffe, dass dem Mann professionell geholfen werden könne.

Scheiben am Jugendzentrum Fla Fla zerstört

Seit Anfang Februar soll der 30-Jährige für Angst und Schrecken gesorgt haben. Die Liste der ihm zugeschriebenen Delikte ist lang. Anfang Februar soll er im Rathausfoyer randaliert und dabei das Rathaus-Modell beschädigt haben.

Uwe Maser: »Rathaus-Mitarbeiter hat er mit Flaschen beworfen.« Auch das Eindringen in die Feuerwache an der Werrestraße und der Angriff auf Feuerwehrleute sollen auf das Konto des Mannes gehen. Beim Jugendzentrum Fla Fla soll er zudem Scheiben eingeschlagen haben.

Tim Kähler: »Ich bin immer ein Befürworter der offenen Verwaltung gewesen. Leider müssen wir feststellen, dass das Klima rauer wird. Das war kein Einzelfall.«

Derzeit werde überprüft, bestimmte Behörden-Zugänge wie am Elsbach 2 oder am Technischen Rathaus nicht dauerhaft geöffnet zu lassen. In der Hauptverwaltung mit viel Publikumsverkehr könnte ein Sicherheitsdienst patrouillieren. Diese Maßnahmen sollen bereits in wenigen Wochen umgesetzt werden.

Der Fall erinnert an den so genannten Rathaus-Randalierer. Der Flüchtling aus dem Senegal hatte im Herbst 2016 trotz Hausverbots mehrfach im Rathaus randaliert, Mitarbeiter verletzt und bedroht – einen sogar mit dem Tode. Er wurde zu einer Haftstrafe verurteilt – und letzten Endes abgeschoben.

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