Fr., 01.03.2019

Jens Hausmann stellt im Pöppelmann-Haus aus – Eröffnung am Samstag Paradiesisches ohne Menschen

Jens Hausmann, in Berlin lebend, stellt bis zum 5. Mai im Herforder Daniel-Pöppelmann-Haus aus. In seinen Bildern verzichtet er konsequent auf Menschen – hier lässt er es kräftig wuchern.

Jens Hausmann, in Berlin lebend, stellt bis zum 5. Mai im Herforder Daniel-Pöppelmann-Haus aus. In seinen Bildern verzichtet er konsequent auf Menschen – hier lässt er es kräftig wuchern. Foto: Hartmut Horstmann

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Die Liebe führte Jens Hausmann nach Brasilien. Und ausgerechnet dort – weit entfernt von seinem Wohnsitz in Berlin – lernte der Maler das kennen und schätzen, was er »europäische Moderne« nennt. Die Faszination hält bis heute an.

Wer mit dem Künstler über diese Faszination sprechen will, hat dazu am diesem Samstag, 2. März, Gelegenheit. Um 16.30 Uhr wird im Pöppelmann-Haus eine Ausstellung mit seinen Arbeiten eröffnet.

Maler will kein Dienstleister sein

Jens Hausmann, in Thüringen aufgewachsen, ist niemand, der sich als Künstler gerne festlegen lässt. Auf vielen seiner Bilder sind Gebäude oder Teile davon zu sehen – und er verwendet in seinen Erklärungen einmal sogar den Begriff »Architekturmalerei«. Doch bereits im nächsten Augenblick nimmt Hausmann die Formulierung zurück, das klinge nach Dienstleister. Eigentlich sei er einfach nur Maler.

Konsequent verzichtet der Künstler in seinen Bildern auf Menschen. Stattdessen nehmen in dem Gemälde »Pavillon/November« die Platten vor dem dargestellten Gebäude den größten Raum ein. Dass es Betrachter gibt, die ein solches Panorama als trostlos empfinden, weiß der Maler.

Es muss ein gutes Bild werden

Und doch sieht er sich nicht als Kritiker der Moderne, zu der auch das Bauhaus gehört. Im Gegenteil: In Brasilien, der Heimat seiner Frau, stieß Hausmann auf architektonische Zeugnisse der Klassischen Moderne.

Die Initialzündung, die der Kontakt bei ihm auslöste, beschränkt sich nicht auf Gebäude, vor denen er tatsächlich gestanden hat. So stammt die Vorlage von »Pavillon/November« aus dem Internet. Architektur diene ihm als Inspirationsquelle, sagt er. Wenn er in seiner Arbeit etwas im Vergleich zur realen Ansicht verändert, dann nicht, um die Architektur zu kritisieren oder zu idealisieren, sondern: »Es ist ganz einfach. Es muss ein gutes Bild werden.«

Wuchernde Pflanzen

Da der Betrachter Menschen erwartet, geht gerade von deren Fehlen eine besondere Spannung aus. Jens Hausmann erinnert an Szenen aus Hitchcock-Filmen – die unheimliche Stille, die jedem Schrecken vorangeht.

Doch auch hier lässt sich seine Kunst nicht wirklich fassen. »Et in Arcadia Ego« hat er die Herforder Ausstellung genannt. Arkadien setzt der Künstler gleich mit dem Paradies auf Erden – also Schönheit, Schrecken und Bauhaus in einer ganz eigenen Mixtur.

Parallel dazu sind die Gemälde mit wuchernden Pflanzen zu sehen – die sich ausbreitende Natur ist immer auch eine Bedrohung, aber eben nicht nur. Auch in diesem Punkt vermeidet der Maler spannungsarme Eindeutigkeiten.

Die Ausstellung des Herforder Kunstvereins ist bis zum 5. Mai im Pöppelmann-Haus zu sehen.

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