Leihhaus Herford veranstaltet Versteigerung im Pfennigskrug
»... und zum Dritten«

Herford (WB). Kratzt der sich jetzt nur an der Nase oder ist das ein Gebot? Auktionator Carlo Dewe muss ganz genau aufpassen. Bei der Versteigerungsaktion des Leihhauses Herford können bis zu 500 Gegenstände unter den Hammer kommen. Der Saal im Pfennigskrug ist mit über 100 Interessenten gefüllt.

Mittwoch, 13.03.2019, 12:00 Uhr
Auktionator Carlo Dewe nimmt die Gebote entgegen – hier für eine Playstation-Konsole. Foto: Ralf Meistes
Auktionator Carlo Dewe nimmt die Gebote entgegen – hier für eine Playstation-Konsole. Foto: Ralf Meistes

Interessenten auch aus den Niederlanden

Sie kommen aus den Nachbarkreisen, aber auch aus dem Ruhrgebiet und aus den Niederlanden. Vier Mal im Jahr veranstaltet Brian Milas, Inhaber des Leihhauses Herford, eine Versteigerung. Gekommen sind Profi-Händler, die genau wissen, was sie wollen, aber auch Schnäppchenjäger. Viele von ihnen haben das Bargeld, mit dem sie einige Dinge ersteigern wollen, in Briefumschlägen verstaut.

Was versteigert werden soll, kann vorher besichtigt werden. Ab 11 Uhr liegen die Gegenstände zur Begutachtung aus, zwei Stunden vor Beginn der Versteigerung.

Notebooks, Uhren, Musikinstrumente

Diesmal sind es Notebooks, Spielekonsolen, Uhren, Plattenspieler, Musikinstrumente, aber auch eine große Anzahl von Smartphones und Tablet-Computern, die das Reiseunternehmen TUI als Fundstücke von Flughäfen zur Verfügung gestellt hat, erläutert Brian Milas.

Gebote in Fünferschritten

Die nicht so teuren Produkte werden in 5er-Schritten versteigert. Also ab einem Mindestgebote von zehn Euro für ein Brillenetui geht es weiter mit 15, 20, 25 und 30 Euro. Und das in einem rasanten Tempo. Carlo Dewe nimmt mit ausgetrecktem Arm die Gebote entgegen und rattert die Zahlen nur so runter.

Gegenstände im Vorfeld begutachten

Bei kostspieligen Produkten, beispielsweise Marken-Uhren, können es auch schon mal 100er-Schritte sein. Was nicht unter den Hammer kommt, geht zurück ins Leihhaus. Viel Zeit zum Überlegen haben die Bieter während der Auktion nicht. Dafür war schließlich vorher Zeit.

Für zwei kostbare Uhren wollte Leihhaus-Inhaber Brian Milas beispielsweise 6000 Euro haben. »Die beiden Uhren sind neu mehr als 44.000 Euro wert«, sagt er. Also ein echtes Schnäppchen, bei dem dann doch die Finger unten bleiben. »Also zurück ins Leihhaus. Weiter geht’s«, sagt Milas zum Auktionator.

90 Prozent werden im Leihhaus wieder eingelöst

Die Gegenstände, die an diesem Nachmittag im Restaurant Pfennigskrug versteigert werden, stammen aus dem Herforder Leihhaus. »90 Prozent der Gegenstände, die bei uns abgegeben werden, löst der Eigentümer später wieder ein«, sagt Milas. Zehn Prozent werden allerdings nicht wieder eingelöst.

Das Leihhaus ist eigentlich nur verpflichtet, vier Monate zu warten, bevor die Ware unter den Hammer kommt. »Wir lassen unseren Kunden aber acht bis zehn Monate Zeit und schreiben sie dann auch noch an«, sagt Milas.

Nächster Termin ist um Juli

Doch nicht jeder, der kurzfristig Geld brauchte, taucht später im Leihhaus wieder auf. Die Gegenstände, die am Samstag den Besitzer gewechselt haben, wurden zuvor vom Leihhaus zwar überprüft, aber ohne Garantie verkauft. »Die nächste Versteigerung ist im Juli«, kündigt Milas schon mal an.

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