Mi., 17.04.2019

Erdgeschoss an der Hansastraße in Herford für fast zwei Millionen Euro saniert Polizei gewährt Einblicke

Ein in die Wand eingelassener Monitor neben dem Eingang zur Gruppen-Gewahrsamzelle zeigt die Bilder einer Überwachungskamera. Beispielsweise Gruppen randalierender Fußballfans oder außer Kontrolle geratener Partygesellschaften können hier untergebracht werden.

Ein in die Wand eingelassener Monitor neben dem Eingang zur Gruppen-Gewahrsamzelle zeigt die Bilder einer Überwachungskamera. Beispielsweise Gruppen randalierender Fußballfans oder außer Kontrolle geratener Partygesellschaften können hier untergebracht werden. Foto: Bexte

Von Bernd Bexte

Herford (WB). Dass hier alles neu ist, sieht man sofort. Dennoch schreckt die Kargheit der Gewahrsamzellen ab. Sie und einiges mehr wurden in der Polizeiwache an der Hansastraße erneuert. Seit einer Woche wird das Erdgeschoss wieder genutzt. Ein Rundgang.

Wie berichtet, ist diese 650 Quadratmeter große Ebene der Polizeiwache saniert und umgestaltet worden. Fast drei Jahre und damit wesentlich länger als geplant hat das gedauert, die Kosten stiegen von anvisierten 1,1 Millionen Euro auf 1,84 Millionen Euro. Ein Grund: der umfangreichere Umbau der Wache einschließlich separater Umkleide-, Sanitär- und Waschräume sowie einer neuen Küche für die Polizeibeamten wurde erst später in die Planung einbezogen.

Fast drei Jahre an der Elverdisser Straße

Für die Dauer der Sanierung waren sie ins Polizeigebäude an der Elverdisser Straße umgezogen. Die Zeit des ungeliebten Provisoriums ist aber vorbei: »Das hier ist schon ein Quantensprung«, sagt Erster Polizeihauptkommissar Volker Huß und blickt sich im Bereich des neuen Wachentresens um.

Wachleiter Volker Huß steht auf der neuen Rampe, die einen barrierefreien Zugang ermöglicht. Foto: Bexte

Der ist jetzt barrierefrei zugänglich und zur Kundenseite hin abgerundet – wegen möglicher Verletzungsgefahr. »Hier können Bürger ihre Anliegen vorbringen und werden entsprechend weitervermittelt«, sagt der Wachleiter – von der Anzeigenaufnahme über Vorladungen und Hilfeersuchen bis zu Anfragen an die Waffenbehörde.

In einem angrenzenden Raum befindet sich die neue Schaltzentrale des Wachhabenden. Vor einem höhenverstellbaren Tisch stehend, blickt er auf fünf Monitore. Er koordiniert mit der kreisweit zuständigen Leitstelle (ein Stockwerk über ihm) sämtliche Einsätze in Herford. Nicht zuletzt hat er Einblick auf das, was Überwachungskameras im und am Polizeigebäude übertragen.

Mehr als 800 Gewahrsamnahmen pro Jahr

Komplett durchsaniert wurden die Gewahrsamzellen. Vier Einzelzellen und erstmals eine deutlich größere Gemeinschaftszelle – etwa für Gruppen randalierender Fußballfans oder außer Kontrolle geratener Partygesellschaften – stehen zur Verfügung. Weiße Kacheln an den Wänden, dunkle Fliesen auf dem Boden, ein spartanisches Bettgestell samt Matratze und ein in den Fußboden eingelassenes Abort aus Edelstahl, mehr gibt’s nicht hinter den 500 Kilo schweren Stahltüren. Die Zellen sind gut belegt. »Wir haben pro Jahr mehr als 800 Gewahrsamnahmen und das konstant«, sagt Polizeisprecher Uwe Maser.

An der Hansastraße versehen jetzt wieder gut 100 Polizisten, darunter etwa 60 Streifenbeamte, ihren Dienst. Im Gebäude Elverdisser Straße sind noch etwa 30 Kollegen untergebracht, unter anderem das Kommissariat Vorbeugung und die Technikabteilung.

Der wachhabende Polizeihauptkommissar Markus Brocky an der neuen Schaltzentrale. Foto: Bexte

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6548042?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F