Do., 18.04.2019

Unternehmer kauft Gebäude in Herford und will ein Café realisieren Neue Pläne für alte Table-Dance-Bar

Der Häuser-Komplex an der Vlothoer Straße 235: Ein Unternehmer hat die Gebäude für mehr als 200.000 Euro gekauft. Er möchte Pendler mit Kaffee und Brötchen versorgen.

Der Häuser-Komplex an der Vlothoer Straße 235: Ein Unternehmer hat die Gebäude für mehr als 200.000 Euro gekauft. Er möchte Pendler mit Kaffee und Brötchen versorgen. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). An der Stange tanzt hier schon seit Jahren niemand mehr: Ein Herforder Unternehmer hat die ehemalige Table-Dance-Bar an der Vlothoer Straße 235 gekauft – und hat nun neue Pläne für die alte Immobilie.

Das Haus in Schwarzenmoor gehört sicher zu den bekanntesten der Stadt: Tausende Autofahrer kommen täglich an dem inzwischen verlassenen und maroden Gebäude vorbei. Es liegt zwischen Feldern und Wiesen nur einen Steinwurf von der viel frequentierten Autobahnauffahrt Herford-Ost entfernt.

»Der Standort ist sehr attraktiv, um etwas zu entwickeln«, sagt der Geschäftsmann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Er hat nach eigenen Angaben mehr als 200.000 Euro für das Gebäude-Ensemble samt Grundstück bezahlt. Die Gelegenheit sei günstig gewesen, begründet er den Kauf.

Die strategisch ideale Verkehrslage will der Unternehmer nutzen und ein einladendes »Entrée« schaffen. »Am liebsten würde ich hier ein Café mit Drive-In-Schalter realisieren. Dann können sich die Pendler morgens mit Kaffee und Brötchen eindecken. Und wer mehr Zeit hat, kann auf der Terrasse frühstücken und den Blick ins Grüne genießen.« Zudem seien auch ein Konferenzraum und/oder Wohnungen denkbar.

Baubeginn frühestens im Jahr 2020

Fraglich ist allerdings, ob dieses Konzept im Bestand realisiert werden kann. Abriss und Neubau seien vermutlich am wirtschaftlichsten, sagt der Geschäftsmann. Problem: Im Außenbereich gilt Bestandsschutz. Das heißt, das Haus darf lediglich saniert werden. »Wir würden an dieser Stelle ja auch nicht den Bau eines Hauses zulassen, wenn dort kein Haus stehen würde«, sagt Peter Böhm, Chef der Bauverwaltung, und verweist auf den Umwelt- und Naturschutz.

Allerdings macht Böhm auch klar, dass nichts von vorneherein ausgeschlossen werden könne. »Wir freuen uns, dass dort etwas passieren soll, und sind auf jeden Fall gesprächsbereit. Das letzte Wort hätte dann ohnehin die Politik.«

In den nächsten Tagen soll das Areal zunächst mit einem Zaun gesichert werden. Der Unternehmer rechnet frühestens im kommenden Jahr mit sichtbaren Veränderungen. »Wir werden etwas schaffen, mit dem alle Seiten leben können«, kündigt er an.

Im Jahr 2013 geriet das Haus in die Negativ-Schlagzeilen. Im November gab es dort ein Konzert, dessen politischen Hintergrund die Polizei als rechtsextrem einstufte. Deshalb kam es zu einem größeren Einsatz.

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