Do., 25.04.2019

Am Marta in Herford: Tupac-Sockel neu besprüht Schüsse auf einen Rapper

Sponk in Aktion: Die Spritzer erinnern an die Ermordung des Rappers Tupac.

Sponk in Aktion: Die Spritzer erinnern an die Ermordung des Rappers Tupac. Foto: Hartmut Horstmann

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Tupac heißt der in Beton gegossene junge Mann, der als lebende Person einst Millionen von Tonträgern verkauft hat. An die Ermordung des Gangsta-Rappers, der als Statue vor dem Marta steht, erinnert der Graffiti-Künstler Dan Geffert, der sich Sponk nennt.

Einschusslöcher und Blutspritzer

Es ist nicht das erste Mal, dass der Sockel des Kunstwerks bemalt beziehungsweise besprüht wird. Aber niemand hat in seine Arbeit derart viel Zeit investiert wie der 29-Jährige. Sieben Tage war der Mann aus Gelsenkirchen am Museum aktiv, 25 Dosen voller Farbe hat er dabei aufgebraucht.

Verschiedene Motive bringt der studierte Industriedesigner in seinem Beitrag zusammen. Zum einen nimmt er die Backsteinfassade des Marta auf, auch ist der Name des Museums zu lesen. Zum anderen sollen Einschusslöcher und Blutspritzer die Ermordung des Rappers ausdrücken.

Dass der Beitrag den Passanten gefällt, hat Sponk in den vergangenen Tagen häufiger erfahren. Einige seien sogar ins Museum gegangen und hätten gesagt, er solle da mal ausstellen.

Bekannt für Stromkästen

In Herford ist der Künstler auch für die von ihm bearbeiteten Stromkästen bekannt. Bei der Tupac-Säule kam die Herausforderung hinzu, dass die zu besprühende Fläche rund ist. Der Betrachter kann sie nicht mit einem Mal erfassen, so dass er den Sockel umkreisen muss, um den Namen Marta lesen zu können.

Dass Graffiti-Kunst oft mit Illegalität und Nervenkitzel verbunden ist, weiß der 29-Jährige. Zwar könne er den Kick auch irgendwie nachvollziehen, sagt er, aber sein Anspruch sei es, immer das Bestmögliche herauszuholen. Und dazu benötige er Zeit. Da spricht er sein Tun lieber mit dem Marta ab – »in der Hoffnung, dass die Arbeit ein paar Jahre bleibt«.

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