Landgericht verurteilt zwei Männer aus Bielefeld und Hiddenhausen für Anabolikahandel im großen Stil
Dopingmittel für Bodybuilder

Herford/Bielefeld/Hiddenhausen (WB/hz). Ihren Geständnissen in letzter Minute haben es zwei Männer aus Bielefeld und Hiddenhausen zu verdanken, dass sie am Dienstag beim Prozess vor dem Bielefelder Landgericht wegen des Handels mit illegalen Dopingmitteln mit dem sprichwörtlichen »blauen Auge« davon gekommen sind.

Dienstag, 30.04.2019, 22:00 Uhr aktualisiert: 01.05.2019, 12:46 Uhr
In diesem Parkhaus an der Tribenstraße in Herford hob die Kripo das Lager der Angeklagten aus. Foto: Peter Schelberg
In diesem Parkhaus an der Tribenstraße in Herford hob die Kripo das Lager der Angeklagten aus. Foto: Peter Schelberg

Der Bielefelder (32) und der Hiddenhauser (33) kassierten nach einer Verständigung zwischen Gericht, Verteidigern und Staatsanwaltschaft jeweils zweijährige Bewährungsstrafen. Gegen den dritten Angeklagten, einen 26-jährigen Bielefelder, wurde das Strafverfahren gegen Zahlung einer Geldbuße von 1000 Euro eingestellt.

Schwunghafter Handel mit illegalen Dopingmitteln

Nach Bewährungsstrafen und Verfahrenseinstellung hatte es zum Prozessauftakt überhaupt nicht ausgesehen. Staatsanwalt Moritz Kutkuhn warf den Angeklagten eine Reihe von schweren Straftaten vor. In der Zeit von 2014 bis zum Januar 2016 sollen die Bielefelder und der Hiddenhauser einen schwunghaften Handel mit illegalen Dopingmitteln für Bodybuilder und Kraftsportler wie Boxer betrieben haben. Der Anklage zufolge erhielten um die 600 Empfänger mehr als 1500 Lieferungen.

Lager im Parkhaus

Als Kripofahnder am 19. Januar 2016 zugriffen und in Herford das von den Kriminellen im Parkhaus an der Tribenstraße angemietete Lager räumten, füllte die Masse der beschlagnahmten mehr als 11.900 Einheiten an Dopingmitteln 142 Kartons. Zudem fanden die Ermittler ein Labor zur Herstellung von Dopingmitteln.

Anabolika in Litauen gekauft, mit Bitcoins bezahlt

Anabolika habe man in Litauen gekauft und überwiegend im Internet an Bodybuilder verkauft, räumte der Hiddenhauser in seinem Geständnis ein. Das Versenden von Anabolika in Paketen erwies sich für die Angeklagten als überaus lukrativ. Allein in der Zeit von Oktober 2015 bis Januar 2016 wurden 539 Verkäufe für knapp 106.200 Euro abgewickelt, ergaben die Ermittlungen. Die Käufer zahlten entweder in der Kryptowährung Bitcoin oder überwiesen Geld auf Konten in Polen.

Weitere illegale Dopingmittel soll der 32-jährige Bielefelder in seinem Geschäft für Sportlernahrung verkauft haben. Der Hiddenhauser war dagegen für das Internetgeschäft und die Finanzen in Polen zuständig. Dem 26-jährigen Bielefelder konnte lediglich bewiesen werden, dass er das Lager im Herforder Parkhaus angemietet hatte.

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