Kommentar zu den Pferdediebstählen im Kreis Herford
Sorgen der Reiter sind verständlich

Herford (WB). In Reiterkreisen geht die Angst um. »Ich möchte endlich wieder ruhig schlafen können«, sagt die Besitzerin eines Ponys. Nach den Diebstählen und dem jüngsten Versuch – Stute Pepples wurde dabei schwer verletzt und musste notoperiert werden – schrillen die Alarmglocken im Dauerbetrieb.

Samstag, 04.05.2019, 08:08 Uhr aktualisiert: 04.05.2019, 16:44 Uhr
Der 24 Jahre alte Schecke Kalle wurde in Herford gestohlen und nach Polen gebracht. Foto:
Der 24 Jahre alte Schecke Kalle wurde in Herford gestohlen und nach Polen gebracht.

Die Höfe rüsten auf: Manche Pferdebesitzer sind derart in Panik, dass sie sich mit Pfefferspray und Elektroschocker bewaffnen, entlang der Koppeln patrouillieren und die Nacht im Stall verbringen. Fremde werden skeptisch beäugt, Kennzeichen unbekannter Fahrzeuge notiert. Jeder gerät unter Generalverdacht. Zustände, die an den Wilden Westen erinnern.

Dieses permanente Misstrauen, diese ständige Wachsamkeit sind zwar sicher nicht gut für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, und man kann die Reaktionen als hysterisch abtun. Wer sich jedoch mit Pferdefreunden unterhält, merkt schnell: Das ist keine Show. Hier geht es um echte Sorgen.

»Kalle ist für mich wie ein Familienmitglied. Als ob das eigene Kind entführt wurde«, beschrieb Dagmar Schlinke-Demski unter Tränen ihre Gefühle, nachdem ihr Schecke in einer Nacht- und Nebelaktion gestohlen worden war .

Viele fordern, dass die Polizei die Bande endlich dingfest macht. Doch den Ermittlungsbehörden sind in gewisser Weise die Hände gebunden. Die Bearbeitung etlicher anderer Delikte hat Priorität. So dauert es Wochen, bis das Landeskriminalamt in Düsseldorf die Spuren vom Pferdeklau untersucht.

Auch wenn es sich offenbar um gewerbsmäßigen Diebstahl handelt: Tiere sind im juristischen Sinn lediglich Sachen. Es wird Zeit, das Strafrecht diesbezüglich zu ändern. Diese Taten sind nichts anderes als Entführungen.

 

Kommentare

Michaela Mueller  schrieb: 05.05.2019 01:23
Funktionierender Rechtsstaat
Es wird Zeit, daß wir in Deutschland wieder einen funktionierenden Rechtsstaat bekommen der Straftaten zeitnah und und nachhaltig verfolgt. Die Poizei wurde jahrelang kaputtgespaart. Hier muß das Geld investiert werden, und nicht in grüne Utopiaprojekte.
1 Kommentare
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