Mo., 06.05.2019

Ausstattung der Feuerwehr wird ein Thema im Haupt- und Finanzausschuss Großbrand zeigt Grenzen auf

Bei dem Großbrand in der Lübberstraße Anfang April musste die Herforder Feuerwehr eine Drehleiter aus Hiddenhausen anfordern, weil das eigene Fahrzeug zunächst nicht einsatzbereit war. Engpässe könnte es auch beim Löschwasser geben, falls keine Hydranten verfügbar sind.

Bei dem Großbrand in der Lübberstraße Anfang April musste die Herforder Feuerwehr eine Drehleiter aus Hiddenhausen anfordern, weil das eigene Fahrzeug zunächst nicht einsatzbereit war. Engpässe könnte es auch beim Löschwasser geben, falls keine Hydranten verfügbar sind. Foto: Moritz Winde

Von Peter Schelberg

Herford (WB). Die Herforder Feuerwehr benötigt ein zweites Teleskopmastfahrzeug, mehr Flammschutzkleidung – und auch an zusätzlichen Tanklöschwagen besteht Bedarf.

Das verdeutlicht eine Stellungnahme der Verwaltung für den Haupt- und Finanzausschuss, der am 14. Mai tagt. Hintergrund: Die Grünen-Fraktion hatte den Großbrand in der Lübberstraße 2 zum Anlass genommen, um nach Konsequenzen für die technische Ausstattung der Feuerwehr, der Löschwasserversorgung und den Zustand der Notbrunnen im Stadtgebiet zu fragen.

Bei dem Einsatz musste eine Drehleiter aus Hiddenhausen angefordert werden, weil der Herforder Teleskopmast wegen einer Reparatur nicht verfügbar war. Weil es in Herford viele Wohngebäude mit mehr als zwei Obergeschossen gibt, sei bereits vor zwei Jahren der Bedarf eines zweiten Hubrettungsgerätes zur Rettung mehrerer Personen aus Obergeschossen bzw. als Ausfallreserve erkannt worden, schreibt Feuerwehrchef Michael Stiegelmeier: Geplant sei, »für den Haushalt 2020 finanzielle Mittel für die Anschaffung eines zusätzlichen Hub­rettungsgerätes anzumelden«.

Zu Fuß ins 5. Obergeschoss

Bei der Immobilie Lübberstraße 2 handele es sich um ein Gebäude mittlerer Höhe, nicht um ein Hochhaus im Sinne der NRW-Bauordnung, für das umfassendere Brandschutzvorschriften gelten. »So mussten die erst eintreffenden Feuerwehrkräfte zu Fuß mit voller Ausrüstung mehrfach ins 5. Obergeschoss rennen und die Rollstuhlfahrerin und weitere gehbehinderte Personen mühsam über die Treppe nach unten tragen oder begleiten«, berichtet Stiegelmeier. »Bedingt durch die schnelle Rauchausbreitung mussten zwei Trupps à zwei Mann diese Arbeiten parallel durchführen. Während sich der erste Trupp in die Brandwohnung vorkämpfte, rettete der zweite Trupp die Bewohner aus ihren Wohnungen.«

Laut aktuellem Brandschutzbedarfsplan hat die hauptamtliche Wache für die Menschenrettung nur einen Trupp zur Verfügung. »Es bleibt abzuwarten, ob der neue Brandschutzbedarfsplan, der derzeit erstellt wird, hier andere Empfehlungen gibt«, heißt es.

Mehr Ersatzkleidung

Weil Flammschutzkleidung extrem mit Ruß und Brandrauch verunreinigt wird, sollte am Einsatzort genügend Ersatzkleidung, Helme und Handschuhe für Folgearbeiten zur Verfügung stehen: Hierfür sind laut Stiegelmeier Finanzmittel eingeplant, die Beschaffung sei eingeleitet.

Als weitere Konsequenz aus dem Brand wolle das Sozialdezernat künftig »besondere Wohnsituationen« erfassen und die Feuerwehr vorsorglich darüber informieren: Im Haus Lübberstraße 2 wohnten hilfebedürftige Senioren.

800 Notrufe gingen ein

»In der Akutphase des Brandes gingen auf der Kreisleitstelle über 800 Notrufe ein«, schreibt der Feuerwehrchef. Um bei vielen Anrufen besorgte Bürger rasch informieren zu können, schlägt er eine schnelle Besetzung von zwei bis drei Telefonen in der Verwaltung vor. Die Nummern könnten über Radio, Facebook oder der Homepage bekannt gegeben werden.

Tanklöschfahrzeuge benötigt

Zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung gibt es noch keine vertragliche Regelung mit den Stadtwerken. Diese scheine aber nach Gesprächen »in Sicht zu sein«, teilt Stiegelmeier mit. Allerdings seien bei allen Wasserquellen – außer bei Hydranten – in der Regel zeitraubende Vorbereitungen nötig. Zudem müssten bis zu 1000 Meter Wegstrecke zum Brandherd überbrückt werden. »Denkbar wäre, dass künftig zur Sicherstellung einer möglichst schnellen Wasserversorgung jede Löschgruppe über mindestens ein Tanklöschfahrzeug mit 5000 Liter Wasser verfügt«, heißt es im Bericht. Damit könne man die Zeit überbrücken, die benötigt werde, eine Versorgung über Hydranten oder Zisternen herzustellen.

Löschwasservorrat der Fahrzeuge würde drei Minuten reichen

Die Löschfahrzeuge der Stadt können zusammen 22.000 Liter Wasser zum Einsatzort bringen. Mit zusätzlichen Tanklöschfahrzeugen könnten es 34.000 Liter sein. Beim Großbrand in der Lübberstraße wurden in der Spitzenphase allein über die Drehleitern bis zu 7500 Liter Löschwasser in den Brandherd gespritzt, um einen Kühl- und Löscheffekt zu erzielen: »Ohne eine leistungsfähige Löschwasserversorgung, wie sie derzeit in der Innenstadt besteht, wäre bereits nach drei Minuten der Wasservorrat aller Löschfahrzeuge der Stadt erschöpft gewesen«, stellt Stiegelmeier klar.

Kommentare

Hauptsache

man hat eine Bruchbude MArta genannt, die seit ihrer Plaung und Fertigstellung bestimmt über 100 Mio € gekostet haben. Und dann sollten die Mitglieder und Bürgermeister mal auf 50% ihrer dicken EInkünfte bei den Ratssitzungen verzichten, denn Leben retten ist wichtiger als so ein Schwachsinngebäude wie MArta.

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