Do., 16.05.2019

»Briten in Westfalen«: Ausstellung wird am Sonntag eröffnet Wie aus Feinden Freunde wurden

Sonja Langkafel, die Journalistin Jeannine Gehle und Hauke Kutscher und die (von links) nehmen auf alten Sitzbänken des Kinos Globe Platz. Sie zeigen ein Bild von den Briten-Wohnungen in der Glatzer Straße.

Sonja Langkafel, die Journalistin Jeannine Gehle und Hauke Kutscher und die (von links) nehmen auf alten Sitzbänken des Kinos Globe Platz. Sie zeigen ein Bild von den Briten-Wohnungen in der Glatzer Straße. Foto: Hartmut Horstmann

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Ein großes Bild vom alten Kino Globe, Uniformen, Vitrinen, die an Umzugskisten erinnern: Um die Zeit der »Briten in Westfalen« geht es bei der gleichnamigen Ausstellung im Daniel-Pöppelmann-Haus.

Zahlreiche Umzugskisten

Eröffnet wird die Präsentation am 19. Mai um 11.30 Uhr. Wie üblich bei Wanderausstellungen des Landschaftsverbandes hat die Herforder Museumsleiterin Sonja Langkafel das Gezeigte um lokale Exponate ergänzt. Diese wurden unter anderem vom deutsch-britischen Ehepaar Kevin und Chrissie Kelly beigesteuert – zum Beispiel ein Hinweisschild, das den Weg zum Verbindungsoffizier weist.

Prägend für die Anmutung der Ausstellung sind die Umzugskisten-Vitrinen. Sie erinnerten an die zahlreichen Umzüge britischer Soldaten, erläutert Hauke Kutscher vom LWL. Es gehe darum zu zeigen, wie aus ehemaligen Kriegsgegnern Verbündete, ja Freunde geworden seien.

Sperrbezirk und Konversion

Sieben Jahrzehnte währte die Britenzeit. Am Anfang habe das so genannte Fraternisierungsverbot gegolten, sagt Kutscher. Die britischen Soldaten sollten sich mit Deutschen nicht einlassen, doch war es offenbar nicht lange durchzuhalten. Bereits Ende 1945 wurde das Verbot aufgehoben.

In verschiedene Kapitel ist die Ausstellung gegliedert. Sie beginnt mit »Sieger und Besiegte«, doch schon im zweiten Teil heißt es »Miteinander leben«. Besonderheiten aus Herforder Sicht sind die Themen Konversion (Bildungscampus) und Sperrbezirk. Etwa 600 Wohnungen seien für die Soldaten beschlagnahmt worden, schätzt Sonja Langkafel. 80 bis 85 Prozent davon hätten sich auf dem Stiftberg befunden. Auf einer Karte sind die Auswirkungen auf Herford eingezeichnet.

Liebe zum VW Käfer

Interessant sind bestimmte Details, die viel über die Mentalität der Briten aussagen. So hätten sie den VW Käfer geliebt, weiß die Museumsleiterin – was dazu führte, dass ausrangierte Käfer-Blinklichter an die Sitzbänke des englischen Kinos Globe montiert wurden. Sie dienten als Notbeleuchtung. In den 90er Jahren ist das Kino in der Wentworth-Kaserne zu einem Konferenzzentrum ausgebaut worden.

Andere Stationen der Ausstellung (bis 14. Juli) behandeln Themen wie Musik oder Klein-London. Zur Vertiefung gibt es Filme und Medienstationen.

Begleitprogramm

Zum Begleitprogramm gehören Zeitzeugen-Abende (28. Mai und 13. Juni) sowie ein Konzertabend, der an den legendären Musikklub der Kaserne erinnert (11. Juli). Alle Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr. Hinzu kommen zwei Stadtführungen: »Wie britischer Pop Herforder Leben rettete« (8. Juni, 15 Uhr) und »Zwischen Kultur und Kasernen« (22. Juni, 15 Uhr).

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