Fr., 17.05.2019

Der Eigentümer des Herforder Brandhauses erklärt, wie es jetzt weitergeht Bis in den Rohbauzustand zurück

Am 3. April ging die Wohnung im obersten Stock des Hauses in Flammen auf. Jetzt wird das Haus saniert.

Am 3. April ging die Wohnung im obersten Stock des Hauses in Flammen auf. Jetzt wird das Haus saniert. Foto: Moritz Winde

Von Bernd Bexte

Herford (WB). Schon am Tag nach dem Brand hatte der Eigentümer erklärt, das Haus am Lübbertor wieder aufbauen zu wollen. Jetzt setzt Bernd-P. Heinrich sein Versprechen in die Tat um. »In den nächsten Tagen geht es los«, sagt der Chef der Bielefelder Immobilien-GmbH Wericon.

Die Aufträge für die Entsorgung der Brandreste und den Rückbau des obersten Geschosses, in dem am 3. April das Feuer ausgebrochen war, seien vergeben. Auf solche Aufgaben spezialisierte Fachunternehmen würden sich jetzt ans Werk machen. »Das wird natürlich eine aufwändige Arbeit«, ist sich Heinrich der Komplexität des Projektes gewiss. Auch mit dem städtischen Bauamt sei das Vorgehen abgestimmt, ebenso mit der Versicherung. Unter anderem werde die nachhaltige, umweltverträgliche Entsorgung der Materialien eine Rolle spielen.

Kosten noch ungewiss

Das sechste Geschoss werde abgetragen und neu gebaut. Die unteren Geschosse, in denen vor allem durch das Löschwasser erheblicher Schaden entstanden war, würden dort, wo es erforderlich sei, in den Rohbauzustand zurückversetzt. »Da kommen dann alle Fußböden und Deckenabhängungen raus, auch der Estrich«, erklärt Heinrich. »Wir werden die Wohnungen von oben nach unten durchsanieren.«

Dabei könne noch so manche Überraschung auftauchen. »Was dort im einzelnen zu machen ist, wird sich natürlich erst jetzt mit Beginn der Arbeiten herausstellen.« Dazu bedürfe es weiterer Prüfungen durch Experten. Deshalb sei es schwierig, einen möglichen Zeitpunkt für die Fertigstellung zu nennen. »Wir hoffen, dass zumindest die Gewerbeflächen im Erdgeschoss im Spätsommer wieder komplett fertig sind.« Was die Sanierung kosten werde, könne man deshalb zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht sagen.

Bewohner wollen nicht zurück

Die 15 Wohnungen in dem Haus waren an die Wilhelmshof Senioren-Wohnen GmbH vermietet. Die bisherigen Bewohner wollten allerdings nicht zurückkehren , hatte Geschäftsführerin Britta Lehmann bereits vor Wochen erklärt.

Bei dem Brand war eine 72 Jahre alte Frau ums Leben gekommen. Sie lebte dort seit langem ohne Strom, weil sie bereits bei ihrem Einzug Schulden beim Versorger gehabt haben soll. Später wurde ihr ein gesetzlicher Betreuer zur Seite gestellt, um ihre finanziellen Angelegenheiten zu regeln. Trotz richterlichen Beschlusses verweigerte sie ihm jedoch den Zutritt zu ihrer Wohnung. Nach einem Streit am 2. April stand wenige Stunden später ihre Wohnung in Flammen. Laut Polizei lösten Kerzen das Feuer aus.

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